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Dienstag, 13. November 2018

Buchtipp: "Beware that Girl: Sie weiss alles über dich" von Teresa Toten


Inhalt:


Für Leserinnen von ›Gone Girl‹ und ›Solange wir lügen‹
New York, Upper East Side: Kate O'Brien, eine Meisterin im Lügen und Manipulieren, hat ihre glänzende Zukunft genau geplant: ein Studium in Yale! Die mittellose Stipendiatin einer Eliteschule sucht sich berechnend die superreiche und leicht beeinflussbare Olivia Sumner als Freundin. Obwohl Kate bald bei Olivia einzieht, verschweigt sie ihre dunkle Vergangenheit, auch Olivia verliert kein Wort darüber, warum sie ein Jahr lang wie vom Erdboden verschwunden war. Als der gutaussehende und charmante Mark Redkin auftaucht, spürt Kate instinktiv, dass Mark nicht nur ihre Pläne durchkreuzen kann, sondern gefährlich ist. Dennoch muss sie hilflos zusehen, wie ihre Freundin ihm verfällt. Zwischen Kate, Olivia und Mark entspinnt sich ein abgründiges Katz-und-Maus-Spiel ...

(Bildquellee: Fischer Verlage)



Meinung:


Einstieg ins Buch:
Keines der beiden Mädchen rührte sich. Die Blonde auf dem Bett rührte sich nicht, weil sie nicht konnte. Und die Blonde auf dem Stuhl nicht, weil sie, nun ja, es offenbar auch nicht konnte.

"Beware that Girl" soll laut der Rückseite des Buches das "Gossip-Girl"-Milieu mit dem verunsichernden psychologischen Terrain von "Gone Girl" kombinieren. Beide Titel sind sehr bekannt, gelesen habe ich jedoch keinen von beiden. Trotzdem reizte mich die Geschichte sofort, denn Teresa Toten hat diese zum einen in einer reichen Privatschule und zum anderen im Szenemilieu von New York angesiedelt.

Das Buch startet mit einem kurzen ersten Kapitel, in dem wir von aussen her einen Blick auf die beiden Protagonistinnen Kate und Olivia werfen können. Dieses macht sofort neugierig und wirft Fragen auf. Danach geht es ein halbes Jahr in die Vergangenheit und wir erfahren Schritt für Schritt, wie es zur Situation am Anfnag kam. Die Autorin hat die Story seht geschickt aufgebaut und die Spannung geschürt, so dass man unbedingt dem Geheimnissen auf den Grund gehen muss und das so schnell wie möglich.


Ich kann Schock, Entsetzen, Verzweiflung und Trauer heucheln, alles serviert mit einer Tasse Krokodilstränen. Ich spucke aus, was die jeweilige Situation erfordert, uns ich traue keinem von denen. Bleib wachsam. Bleib hart. Bleib schlau.     (Kate, Seite 117)

"Beware that Girl" ..... wie der Titel schon sagt, sollte man sich wirklich vor Kate in Acht nehmen. Sie wirkt nämlich völlig kühl und egoistisch und ist sehr intelligent und durchtrieben. Ihr Ziel ist es, an der Elite-Uni Yale angenommen zu werden und dafür braucht sie ein privilegiertes und reiches Leben. Dies soll ihr ihre neue 'Freundin' Olivia ermöglichen, denn diese stammt nicht nur aus sehr betuchtem Hause, sie hat auch einige Probleme, so dass Kate sie einfach manipulieren kann - so hat es zu Beginn zumindest den Anschein.


Doch nicht nur Kate treibt mit Olivia ihre Spielchen. Recht schnell bekommt man das Gefühl, dass die Autorin auch gerne mit ihren Lesern spielt und bald weiss man nicht mehr so genau, welches Mädchen nun das gute und welches das schlechte ist. Je weiter die Geschichte fortschreitet, umso schwieriger wird es, Kate und Olivia einzuschätzen. Man beginnt zu spekulieren und versucht die Lügen und Beweggründe aufzudecken. Und auch wenn man viele Ideen und Möglichkeiten hat, bleibt das Buch unvorhersehbar und weiss zu überraschen.

Warten. Warten hatte etwas hoffnungsvolle Hoffnungsloses an sich. [...] Jetzt hatte sie es wirklich kapiert. Es glich einer absurd-endlosen Qual. Wir lenken uns mit allem Möglichen ab, um uns einzureden, dass wir nicht "warten", weil Warten unerträglich ist. Warten war mit Vorgaben verbunden. Es war mit Angst und möglicher Zurückweisung verbunden und drohte einem mit Verzweiflung.     (Olivia, Seite 199)

Gegen Ende weicht die psychologisch dichte Spannung leider einem actionreicheren Teil. Kate und Olivia verlieren plötzlich ihre clevere Überlegenheit und handeln impulsiv, ja sogar töricht. Nur gut, dass Teresa Toten den Rank wieder findet und die Geschichte endet in der Anfangsszene, was sehr gelungen ist. Nun wurde endlich Licht ins Dunkle gebracht - oder etwa doch nicht?

"Beware that Girl" besteht aus vielen kurzen, knackigen Kapiteln, welche den Spannungsbogen noch mehr anziehen und eine tolle Dynamik entwickeln.
Erzählt wird aus den Perspektiven der beiden Protagonistinnen und zwar im personalen Stil. Jedes Kapitel enthält in der Überschrift das Datum und den Namen, was einen guten Überblick ermöglicht.


Fazit:

psychologisch, spannend, aufwühlend
"Beware that Girl. Sie weiss alles über dich" strotzt nur so vor Lügen, Geheimnissen und Intrigen. Geschickt zieht Teresa Toten den Leser mit in ihr Verwirrspiel und weiss zu überraschen. Das Buch entwickelt einen enormen Lesesog, so dass man es kaum noch aus der Hand legen kann und gerne über den einen oder anderen Kritikpunkt hinwegsieht.

Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:

Teresa Toten: "Beware that Girl. Sie weiss alles über dich", FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch (24. August 2017), 400 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren



Das Buch kann bei uns in der Mediathek ausgeliehen werden.

Sonntag, 17. März 2013

[Buchtipp] "Eismord" von Giles Blunt

Es herrscht tiefster Winter in Canada, alles ist zugefroren und vereist, es gibt massenweise Schnee.

Eine junge Frau hält sich unerlaubterweise in einem fremden Haus auf, welches zum Verkauf ausgeschrieben ist. Sie wird Zeugin eines Verbrechens. Zwei Menschen werden umgebracht. Die Leichen werden enthauptet aufgefunden, die Köpfe sind spurlos verschwunden. Wenig später werden sie grausig aufgespiesst an einer Schiffsanlegestelle gefunden. Bei den Ermordeten handelt es sich um reiche Amerikaner, welche im Pelztiergeschäft tätig waren.

Weitere mysteriöse Verbrechen geschehen. John Cardinal und seine Mitarbeiterin Lise Delorme nehmen die Fährte zum Mörder auf. Dabei kommen sie immer stärker in Berührung mit einer Killerorganisation, welche von einem Psychopathen angeführt wird.

Meinung:

Blunt schreibt in klarer und einfacher Sprache. Seine Geschichte ist sehr spannend und logisch. Der eiskalte Winter wird beim Lesen förmlich spürbar und trägt sehr viel zur Spannung der Geschichte bei.

Ausserdem beschreibt er meisterhaft die seelischen Abgründe des Psychopathen, welcher junge Erwachsene am Rande der Gesellschaft, zu seinen mörderischen Handwerkern manipuliert.

Die Person des Hauptkomissars John Cardinal ist glaubhaft und sympathisch beschrieben.

Buchtipp von Christina Capaul

weitere Thriller mit Johne Cardinal als Kriminalkommissar:

  • Gefrorene Seelen, 2004
  • Blutiges Eis, 2005
  • Kalter Mond, 2006
  • Eisiges Herz, 2007


Infos zum Buch:

Giles Blunt: “Eismord”, 416 Seiten, Droemer (2. November 2011)

ISBN: 978-3-426-19914-5

[Buchtipp] "Fünf" von Ursula Poznanski

Infos:

Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. An der bezeichneten Stelle wartet ein grausiger Fund: eine Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und ein Rätsel, dessen Lösung zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. In einer besonders perfiden Form des Geocachings, der modernen Schnitzeljagd per GPS, jagt ein Mörder das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger von einem Leichenteil zum nächsten. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, und die Morde geschehen immer schneller. Den Ermittlern läuft die Zeit davon, sie ahnen, dass erst die letzte Station ihrer Rätselreise das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird …
(Bild- und Textquelle: Wunderlich)


Meinung:

Auf einer Kuhweide nahe Salzburg wird die Leiche einer Frau gefunden. Auf ihren Fußsohlen sind Zahlen und Buchstaben eintätowiert, die auf den ersten Blick keinen Sinn machen. Doch schnell erkennt Ermittlerin Beatrice Kaspary, dass es sich bei den Zeichen um Koordinaten handelt. Diese führen zu einem weiteren Fund: einer eingeschweißten Hand und damit einem neuen Opfer.

Es beginnt eine blutige Version des Geocaching, einer Art Schnitzeljagd, die weitere Tote fordert und auch Beatrice Kaspary in Lebensgefahr bringt.

Sie werden dieses Buch lieben, wenn …
Sie ein Freund von Rätseln sind und einen gut gemachten Thriller zu schätzen wissen. Geschickt baut die Autorin Ursula Poznanski in ihrem neuen Roman ‚Fünf‘ den Spannungsbogen auf, wirft immer wieder neue Hinweise auf den Täter in den Raum und entwirrt nach und nach das Knäuel der Hintergründe, die zu den Morden geführt haben.

Sie werden dieses Buch nicht mögen, wenn …
Sie schwache Nerven haben. Sie bekommen schon nach dem Sonntagskrimi im Fernsehen nachts kein Auge zu? Dann lassen Sie besser die Finger von Poznanskis ‘Fünf’.

Fazit:

Mittlerweile weiß ich, dass Bücher der Autorin Ursula Poznanski bedeuten: Telefon und Klingel ausschalten!
Mit “Fünf” beweist sie nach “Erebos” (und “Saeculum”) einmal mehr, dass dies auch dringend notwendig ist, denn ihre rasanten Storys lassen keinen Platz für Lesepausen oder anderweitige Unterbrechungen.

Der Grund liegt klar auf der Hand. Ihre Bücher besitzen eine unbeschreibliche Sogwirkung, sodass Bedürfnisse wie essen, trinken oder schlafen komplett ausgeschaltet werden. Sie hetzt ihre Leser gnadenlos von einer Seite zur anderen und macht sie zu Sklaven ihres temporeichen Schreibstils, der keinerlei Atempausen zulässt.

Dazu gibt’s noch Tipps für landschaftliche Sehenswürdigkeiten rund um Salzburg. Absolut lesenswert!

Buchtipp von Susanne Heeb


Infos zum Buch:

Ursula Poznanski: “Fünf”, 384 Seiten, Wunderlich; Auflage: 4 (16. Februar 2012) , ISBN 978-3805250313

[Buchtipp] "Der Regler" von Max Landorff


Das Cover ist ein Eyecatcher und liegt momentan in jeder Buchhandlung auf. Der erste Thriller von Landorff, schreibt er unter Pseudonym. Das hat mich neugierig gemacht ..

Inhalt:

Gabriel Tretjak ist der Regler. Für die Mächtigen und Reichen regelt er alles- Liebe, Karriere, Sex und Geld. Bis die bestialischen Morde geschehen und er erkennen muss: Du kannst alles regeln nur nicht deine Vergangenheit.
(Bildquelle: Scherz)

meine Meinung:

Ein moderner James Bond, der die privaten Angelegenheiten reicher Leute erledigt. Ein Profi, der die Vergangenheit hinter sich lässt, und die Zusammenhänge von Emotionen und Denken erforscht und diese Erkenntnis scheinbar gezielt für seine Aufträge einsetzt. Für mich ein äusserst guter Unterhaltungsthriller, der nicht allzu brutal daherkommt und noch verdaulich ist. Für den Regler gibt es keine Wahrheit, sondern nur eine konstruierte Wahrheit. Für ihn ist die menschliche Seele, eine Art Fabrik, die es zu erforschen gilt. Eine undurchsichtige Story, mit vielen Fährten, Spuren, die mit so mancher unvorhergesehener Überraschung aufwartet…bis eine völlig unscheinbare Person immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gelangt. 
Eine Story die davon erzählt, inwiefern wir die Macht haben uns Schicksal zu korrigieren. Ein Profi an der Grenze zum Kriminellen, ein ausgefuchster “Regler”, der alle Mittel der Manipulation zu beherrschen scheint. Dabei kann die Sprache schon fast poetisch wirken.

Fazit:

Ein klasse gemachter Thriller, dessen Brutalität sich
in Grenzen hält, dafür aber an Raffinesse und Cleverness, sich selbst zu
übertreffen scheint.



Infos zum Buch:

Max Landorff: Der Regler, 335 Seiten, Scherz Verlag, 3. Auflage 2011, für Erwachsene

[Buchtipp] "Verderbnis" von Mo Hayder


Mo Hayder legt in VERDERBNIS, ihrem vierten Jack Caffery-Krimi, den Focus auf einen psychologisch fein erzählten Thriller, der mit vielen Überraschungen aufwartet.

Schon wieder hat der Autodieb zugeschlagen: auf einem
Supermarkt-Parkplatz in der Nähe von Bristol wird ein wertvoller
Oberklasse-Wagen entwendet. Erst glaubt die Polizei und auch der Detective
Inspector Jack Caffery, dass es der Täter nur auf den Wagen abgesehen hat. Doch
dann müssen sie feststellen, dass auf dem Rücksitz die 11-jährige Martha saß –
und seitdem verschwunden ist. Die sofort eingeleitete Grossfahndung ist noch
nicht beendet, da tauchen Hinweise auf, dass es der Täter wieder tun wird. Und
wirklich: kurz darauf wird ein weiteres Kind entführt, wieder in einem Auto.
Jack Caffrey geht allen Hinweisen minutiös nach und kommt bald einem jungen
Mann auf die Spur, der als Hausmeister bei der Polizei arbeitet. Doch ist der
wirklich der Täter?

Mo Hayder, die bislang vor allem durch die perfekt
platzierten Schockeffekte in ihren Büchern bekannt geworden ist, legt in
„Verderbnis“ den Focus auf einen psychologisch fein erzählten Thriller, der mit
vielen Überraschungen aufwartet. Ich bin ein Thriller und Krimifan und suche hier immer die speziellen Exemplare. Auch der weitere Band von Mo Hayder erfüllt meine Erwartungen. “Haut” ist der Vorgänger und auch in unserer Mediathek vorhanden.


Infos zum Buch:

Mo Hayder: “Verderbnis”, 448 Seiten, Goldmann Verlag, Februar 2011