Dienstag, 4. September 2018

Kurs: Spannend erzählen - Von der Idee zur fertigen Geschichte


Sie haben schon einiges ausprobiert und auch kleinere oder grössere Erfolge damit gehabt. Kaum etwas ist mit dem Gefühl vergleichbar, einen Text geschrieben zu haben, der „funktioniert“. Und genau das wird unser Fokus sein: von der Idee zur fertigen Geschichte.

Ziel des Kurses:
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hat einen fertigen Text. Die Form ist frei wählbar: Kurzgeschichte, Erzählung, Kurzkrimi, Figurenportrait u.a.

Im Kurs «Spannend erzählen – Von der Idee zur fertigen Geschichte» erarbeiten Sie sich Schritt für Schritt einen spannenden Handlungsbogen, durch den Sie ihre Figur treiben. Sie erfahren, welche Stilmittel für besondere Spannung und Nervenkitzel sorgen und lernen diese einzusetzen. Sie schreiben mit allen Sinnen überraschend und voller Suspense, so dass der Atem stockt. Und: Sie halten am Ende des Kurses Ihre eigene spannende Geschichte in Händen.

Inhalt des Kurses
  • Das Paradigma der Erzählkunst
  • Die Step Outline
  • Figur und Konflikt
  • Planung von Spannung und Überprüfung von Spannungsaufbau
  • Fokus und wie man es hinbekommt, dass alle mitfiebern
  • Lesungen und Werkstattgespräch (Tipps und Tricks und Antwort auf Fragen)

Schon während des Kurses beginnen Sie Ihren eigenen Text zu entwickeln. Mittels Hausaufgaben zwischen den Kursterminen treiben Sie die Entwicklung Ihrer Geschichte voran.

Kursleitung:    Peter Höner, Schriftsteller und Schauspieler und
Michèle Minelli, Schriftstellerin und eidg. dipl. Ausbildungsleiterin
(beide: www.schreibwerk-ost.ch)
Kursdaten:      6 Mittwochabende, jeweils von 18.30 – 20.30 Uhr
24. + 31. Oktober, 7., 21. + 28. November, 5. Dezember 2018
Kursort:           LobbyGemeinschaftsraum Liegenschaft zum Steinerker,
Seestrasse 78 + 80, 8260 Steckborn
Kurskosten      210 Franken für Mitglieder resp. 240 Franken für Nicht-Mitglieder

Hier können sie die Anmeldung für den Schreibkurs herunterladen: *klick*


Organisiert vom Verein Mediaborn

Wenn Sie an einem Kursabend verhindert sind und sich abmelden möchten, können Sie 
dies auf 079 760 50 40 bei Karin Schoenenberg, Vorstand Kulturelles. Vielen Dank.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Buchtipp: "Eine Klasse für sich - Haifischalarm!" von Pamela Butchart



Inhalt:



Jonas, Maya, Irfan & Co. sind sprichwörtlich eine Klasse für sich und haben, zum Leidwesen ihrer Lehrerin, jede Menge Phantasie ... Immer ist es etwas ganz Alltägliches, das die Phantasie der Kinder anregt und in kürzester Zeit eine Eigendynamik entwickelt, die die Lehrerinnen und Lehrer gehörig ins Schwitzen bringt.




Meinung:


Mit "Eine Klasse für sich" bringt der Orell Füssli Verlag die "Wigglesbottom Primary"-Reihe von Pamela Butchart auf den deutschen Buchmarkt. Die Reihe beginnt gleich mit zwei Bänden: "Haifischalarm" und "Das Klogespenst". Die Titel und die fröhlich bunten Cover sprechen Kinder sofort an und wecken ihr Interesse. So wurde "Haifischalarm" sofort als unsere nächste Lektüre ausgewählt, alle anderen Bücher mussten erst einmal warten.

Zuforderst im Buch wird als erstes Frau Miller mit ihrer Klasse auf einem Bild vorgestellt. In "Haifischalarm!" bietet uns Pamela Butchart drei Geschichten rund um diese Klasse. Hautnah erleben wir mit, wie etwas Kleines mit der Fantasie von Kindern eine Eigendynamik entwickelt und zu einem richtigen Abenteuer wird und sogar in einer Panik enden kann. Das sorgt für viele witzige Situationen und bringt die Lehrer ganz schön ins Schwitzen.

Die drei Geschichten sind in sich abgeschlossen und haben eine ideale Länge um als Gutenachtgeschichte vorgelesen zu werden. Das Buch eignet sich jedoch auch für schon etwas geübtere Erstleser.

Julian, Sunita, Irfan, Sara und der Rest der Klasse erleben so ein Schul-Abenteuer nach dem anderen. Nachdem Julian im Schwimmunterricht 'gebissen' wurde, war ihm schnell klar, dass das ein Hai gewesen musste. Als Nick im Gemüsegarten der Schule einen Knochen fand, machte sich die Klasse daran, den Garten umzugraben, um den Rest des Dinosauriers zu finden. Und dann gab es im Turnunterricht auch noch den magischen Fallschirm, mit dem man Kinder unsichtbar machen kann, sonst wäre Jonas ja wohl nicht plötzlich spurlos verschwunden ....

Julian begann, die kleinen Pünktchen laut zu zählen. Und da hat Irfan gesagt, ein Haifisch hat nie im Leben so kleine Zähnchen. Seiner Meinung nach war Julian von Piranhas gebissen worden! (Seite 18)

Die Geschichten in "Eine Klasse für sich" sind alle gleich aufgebaut. Die Kinder entdecken etwas und haben dafür ihre eigenen Erklärungen, die dann eine Eigendynamik entwickeln. Und wenn man weiss, welch wilde Fantasien in Kinderköpfen entstehen können, kann man sich gut vorstellen, dass die Geschichten immer wilder und überbordender werden und von den Erwachsenen kaum noch gestoppt werden können. Zum Glück gibt es dann aber am Ende doch immer eine ganz einfache und logische Erklärung.

So bringt "Haifischalarm!" viel (Vor-)Lesespass und die frischen Illustrationen von Becka Moor untermauern die witzigen Kurzgeschichten noch zusätzlich.
Der Schreibstil ist kindlich gehalten, so dass man sich gut vorstellen kann, dass eines der Kinder die Episoden erzählt. Die Schrift ist schön gross und gut leserlich. Einige Stellen sind typografisch hervorgehoben, was das Betonen erleichtert.


Fazit:


"Eine Klasse für sich - Haifischalarm!" ist ein grosser (Vor-)Lesespass!
Drei Schulgeschichten zeigen, wie Kinderfantasien eine Eigendynamik entwickeln und witzige Situationen hervorrufen können, die die Lehrer ganz schön ins Schwitzen bringt. So bekommt man alltägliche Abenteuer und vor allem viel Humor geboten.



Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:


Pamela Butchart: "Eine Klasse für sich - Haifischalarm!", Orell Füssli 2017, 104 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 5 Jahren



Dieses Buch kann bei uns in der Mediathek ausgeliehen werden.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Buchtipp: "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" von John Green


Inhalt:


Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.

(Bildquellee: Hanser Verlag)




Meinung:


Nur schon, dass John Green ein neues Buch geschrieben hat, war für mich ein Highlight. Und weil ich ein grosser Fan vom Autor bin, hatte ich beinahe etwas Angst, "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" zu lesen. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hatte die Messlatte einfach wahnsinnig hoch gesteckt. So versuchte ich möglichst unvoreingenommen an das Buch heranzugehen und wurde positiv überrascht. Das Buch war ganz anders als erwartet und doch typisch John Green. Und genau so sollte es sein.

"Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" stellt einmal mehr Teenager in den Mittelpunkt und präsentiert vor allem ihre verletzliche Seite. Dies tut der Autor mit einer solchen Authentizität und Tiefe, dass er damit Leser jeden Alters erreicht.

In die Augen kann man jedem sehen. Aber jemand zu finden, der dieselbe Welt sieht, ist ziemlich selten. (Seite 14)

Schon beim ersten Satz realisiert man, dass Aza anders ist. Ständig hat sie Angst, sich mit einer tödlichen Krankheit anzustecken und stellt sich bildlich vor, wie die Bakterien sich in ihrem Inneren ausbreiten. Ihre Zwangsstörungen sind so stark, dass sie sich kaum noch mit der Aussenwelt beschäftigen kann. Dies bekommt vor allem ihre beste Freundin Daisy zu spüren, die sich oft in ihre Starwars Fanfiction flüchtet.
Und dann ist da auch noch Davis, dessen Vater verschwunden ist, der aber nicht weiss, ob er seinen Vater überhaupt finden möchte, obwohl er sich so einsam fühlt.

Realistisch gezeichnete Charaktere, die einen Platz in der Welt suchen, sind Greens grosse Stärke.
Da "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" aus der ich-Perspektive von Aza erzählt wird, wird die Geschichte von ihrer Person, ihrer Angststörung, ihren Gedanken geprägt. Dies ist für den Leser nicht immer einfach, denn sie ist oft gefangen in ihren eigenen Gedanken und Neurosen. Diese Gedankenspirale ist oft komplex, manchmal verwirrend, aber immer interessant.

Das wahre Grauen ist nicht Angst zu haben; es ist keine andere Wahl zu haben. (Seite 27)

John Greens Schreibstil ist einfach immer ein ganz besonderer Genuss. Schon nach wenigen Sätzen war ich wieder dem Bann seiner Worte erlegen. Er arbeitet oft mit Metaphern, welche das Kopfkino starten und das Verständnis fördern.


Fazit:


Einmal mehr konnte mich John Green mit seinem besonderen Schreibstil, seiner grossen Intensität und seinem Einfühlungsvermögen begeistern. "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" ist bestimmt kein einfaches Buch. Es ist eine ruhige Geschichte, die einen ernsten Ton anschlägt, dabei aber nicht den Humor verliert. John Green halt ...



Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:


John Green: „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“, Hanser 2017, 288 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren



Dieses Buch kann bei uns in der Mediathek ausgeliehen werden.

Sonntag, 17. Juni 2018

Buchtipp: "Zwei für mich, einer für dich" von Jörg Mühle


Inhalt:



Drei leckere Pilze findet der Bär auf dem Heimweg im Wald. Sein Freund, das Wiesel, schmort sie sogleich in der schweren Pfanne. Doch dann haben die beiden ein Problem: Drei Pilze für zwei? Wie soll das gehen? Beide bringen ein Argument nach dem anderen, warum der eine mehr als der andere bekommen müsse: »Ich hab sie gefunden!« »Ich hab sie zubereitet.« »Aber nach meinem Rezept.« »Ich esse Pilze lieber!« »Ich bin größer!« »Ich muss noch wachsen …« Bis plötzlich ein listiger Fuchs um die Ecke biegt und sich einen Pilz schnappt. Der hat einfach unseren Pilz geklaut! Gleichzeitig ist damit aber auch das Problem gelöst und Ruhe kehrt ein. Wenn das Wiesel nicht noch einen Nachtisch hätte: Drei Walderdbeeren …

(Bildquellee: Moritz Verlag)



Meinung:


Teilen ist nicht immer einfach - vor allem dann nicht, wenn es nicht aufgeht.
Der Bär findet nämlich drei Pilze und bringt diese zu seinem Freund, dem Wiesel. Dieses brät und würzt die Pilze und beide Tiere freuen sich schon auf das Essen.

Der Bär teilt aus:
"Ein Pilz für ich und ein Pilz für mich", sagt er.
"Und noch ein Pilz für mich."

Für den Bären ist klar, dass er zwei Pilze bekommt, denn er ist ja gross und muss viel mehr essen. Doch damit ist das Wiesel gar nicht einverstanden, denn es ist ja schliesslich klein und muss noch wachsen.

Nun beginnen die beiden Freunde zu argumentieren und begründen, warum sie einen Pilz mehr verdient haben. Sie werden dabei immer lauter und drohender, bis sich das Problem schlussendlich ganz nach dem Motto 'Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte' löst. Nun endlich können die Freunde ihren Pilz geniessen. Problem gelöst. Wirklich? Es gibt nämlich noch einen Nachtisch. Das Wiesel hat Walderdbeeren gefunden. Drei Stück ...

Wie das Aufteilen des Nachtischs abläuft bleibt offen und regt zur Diskussion an. Die Kinder sind sofort Feuer und Flamme und haben Ideen, wie sie das Problem lösen würden.

"Zwei für mich, einer für dich" gefällt mir ausgesprochen gut. Die Streitproblematik ist wohl allen Eltern bekannt und so überrascht es auch nicht, dass die Argumente von Bär und Wiesel auch aus den Mündern der eigenen Kinder kommen könnten.

Auch mit den Bildern zeigt Jörg Mühle schön auf, dass sich hier Tier- und Menschenwelt treffen. So sitzt der Bär auf einem Baumstamm, das Wiesel hat jedoch genau den gleichen Kindersitz wie unser Junior. Die beiden Tiere leben im Wald, haben jedoch eine richtige Küche. Eine Kombination, die mit dem Witz der Geschichte zu überzeugen weiss.

Das Bilderbuch konnte uns sehr gut unterhalten und hat zum Diskutieren und Überdenken eigener Situationen angeregt.



Fazit:


"Zwei für mich, einer für dich" von Jörg Mühle ist ein witziges Bilderbuch zum Thema teilen und streiten. Das offene Ende regt zum Diskutieren und Nachdenken an. Richtig Klasse!



Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:


Jörg Mühle: "Zwei für mich, einer für dich", Moritz Verlag 2018, 32 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren



Dieses Buch kann bei uns in der Mediathek ausgeliehen werden.

Samstag, 9. Juni 2018

Buchtipp: "Bulli & Lina - Ein Pony verliebt sich" von Frauke Scheunemann und Antje Szillat



Inhalt:



Bulli ist mit Abstand das klügste Pferd im Stall – nur leider hat das bislang noch niemand kapiert. Da taucht plötzlich Lina auf dem Nachbarhof auf. Bulli ist völlig aus dem Häuschen und möchte sich unbedingt mit ihr anfreunden, denn Lina soll seine Reiterin werden – einziges Problem: Lina findet nichts blöder als Ponys! Doch als ein Dieb auf dem Hof sein Unwesen treibt, sieht Bulli seine Stunde gekommen und hilft Lina bei ihren Ermittlungen. Ob Lina nun endlich versteht, dass Bulli für sie bestimmt ist?

(Bildquellee: Loewe Verlag)



Meinung:


Ich muss zugeben, dass ich wohl eines der wenigen Mädchen war, die weder reiten wollte, noch Pferdebücher las. Meine Tochter kommt da ganz klar nicht nach mir, denn sie liebt diese Vierbeiner sehr. Erstaunlich ist es also, dass "Bulli & Lina" für uns beide etwas sind, denn es trifft ein Mädchen, das keine Pferde mag auf ein Pony, das keine Kinder mag. Hier bekommt man also keine Reiterhofsidylle geboten, sondern es wird lustig und spannend.

Lina und auch das Pony Bulli sind beides sehr eigensinnige und etwas sture Charkatere. Eigentlich hat sich Lina ja auf den Malkurs in den Sommerferien gefreut, doch dann muss sie Hals über Kopf mit Mama Onkel Hapes Hof hüten. Sie findet es da total langweilig. Und dann hat es auf dem Nachbarshof auch noch Ponys. Mit diesen Tieren kann sie so gar nichts anfangen.

Bulli wurde eigentlich extra dafür gezüchtet, damit Kinder auf ihm reiten können, doch er will mit Kindern nichts mehr zu tun haben. Da nützt auch alles gute Zureden seines Boxenkumpels Wally nichts, denn er hat traurige Gründe für seine Einstellung.

Als Lina dann auftaucht, spürt er, dass sie die Richtige ist, denn sie erinnert ihn an jemanden. Hals über Kopf verliebt er sich in das zickige Mädchen, das ihre Energie in ihre Malkünste stecken möchte und Angst vor Bulli hat. Doch als plötzlich ein Dieb sein Unwesen auf dem Hof treibt, muss Lina über ihren Schatten springen, denn nun ist Teamarbeit gefragt.


"Bulli & Lina" wird ab 8 Jahren empfohlen. Eine Gegebenheit, die mich als Mutter begeistert, könnte gerade jüngeren Lesern vielleicht etwas Mühe bereiten. Die Geschichte wird nämlich abwechselnd aus Linas und Bullis Perspektive erzählt. Gerade die Pony-Kapitel sind sehr witzig, doch muss der Leser immer gleich umschalten können, in wessen Haut er gerade steckt. Nach kurzer Angewöhnungszeit, sollte aber auch das problemlos klappen.

Meiner Meinung nach eignet sich Bulli & Lina - Ein Pony verliebt sich" nicht nur zum Selberlesen, sondern auch zum Vorlesen. Die Geschichte bringt nämlich alle dafür wichtigen Attribute mit: Sie ist äusserst unterhaltsam, spannend und hat vor allem auch eine gute Portion Witz.

Die Kapitel haben eine gute Länge und auch vom Schreibstil her lässt sich das Buch flüssig und rasch lesen. Durch die zahlreichen lustgen Schwarz-Weiss-Illustrationen wird die Lektüre immer wieder aufgelockert, was "Bulli & Lina" sehr schön abrundet. So freuen wir uns, dass schon im Juli 2018 die Fortsetzung "Ein Pony lernt reiten" erscheinen wird.


Fazit:


"Bulli & Lina. Ein Pony verliebt sich" ist der Auftakt zu einer neuen Pferdereihe der beiden Bestseller-Autorinnen Frauke Scheunemann und Antje Szillat. Die Geschichte ist nicht nur sehr unterhaltsam und spannend, sondern lässt die Leser auch immer wieder schmunzeln.
Da wir hier nicht die typische Pferdehofidylle vorgesetzt bekommen, eignet sich "Bulli & Lina" auch für alle jene, die nicht die grössten Pferdefreunde sind - noch nicht .....



Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:


Frauke Scheunemann und Antje Szillat: "Bulli & Lina - Ein Pony verliebt sich", Loewe 2018, 152 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 8 Jahren



Dieses Buch kann bei uns in der Mediathek ausgeliehen werden.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Buchtipp: „Good Night Stories for Rebel Girls“ von Elena Favilli und Francesca Cavallo



Inhalt:



Dieses Buch versammelt nicht nur bekannte und bereits berühmte Frauen aus der Geschichte, sondern auch (noch) völlig unbekannte. Zu lesen ist von einer Piratin, genauso wie von einer Radfahrerin, eine Astronautin kommt zu Wort und eine Balletttänzerin. Von Kleopatra, Malal und Jane Austen ist die Rede sowie von Amna Al-Haddad und Melba Liston. Sie alle sind couragierte Frauen, die vor Hunderten Jahren gelebt haben oder gerade jetzt als Aktivistinnen, mutige Entscheidungen treffen. Sie lebten oder leben ihre Leidenschaft, sagen offen ihre Meinung, fahren Auto in einem Land, das dies für Frauen nicht vorsieht oder setzen sich lautstark für die Bildung von Mädchen ein. In vielen Ländern ist es mittlerweile selbstverständlich, dass Frauen genau die gleichen Rechte genießen wie Männer und das haben wir Vorkämpferinnen wie ihnen zu verdanken, die gezeigt haben, dass Frauen sich nicht hinter Männern verstecken müssen. In kurzen Texten werden hier 100 inspirierende Geschichten erzählt und machen Lust, mehr über diese Frauen zu erfahren.

(Bildquellee: Hanser Verlag)





Meinung:


Eine Frau – eine Doppelseite. Gerade einmal zwei Spalten Text, ein Zitat der Person und ihre Lebensdaten, viel mehr erfahren die Leser nicht. Dazu ein Porträt der Frau, das auf jeder Seite ganz unterschiedlich ausfällt, da es von jeweils anderen Künstlerinnen illustriert wurde. Aus diesen Zutaten entsteht ein wunderbar kurzweiliges Portfolio ganz unterschiedlicher Frauen. Der Anfang tönt oft märchenhaft wie der von Ruth Bader Ginsburg: „Es war einmal ein junges Mädchen, das träumte davon, eine herausragende Anwältin zu werden. „Anwältin?“ spotteten die Leute. „Sei nicht albern. Anwälte und Richter sind immer Männer.“ Ruth bewarb sich um einen Studienplatz an der berühmten Harvard Law School, wo sie später zu den erfolgreichsten Absolventen zählte.“ (S. 178) Kuchen backen und das Baby hüten, erledigte sie wunderbar, aber sie war eben auch eine leidenschaftliche Anwältin für die Rechte von Frauen und wurde eine der ersten Richterinnen am Obersten Gerichtshof in den USA. Von einer mexikanischen Aktivistin ist zu lesen, die sich von niemandem aufhalten ließ, bis sie in den Kongress gewählt wurde; von der italienischen Rennfahrerin Lella Lombardi und auch von der ersten Tattookünstlerin, die erst selber für Furore sorgte mit ihrem Hautschmuck und dann selber die Kunst verbreitete – bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts!


Fazit:


Die vorgestellten Frauen und Mädchen sind tolle Vorbilder für alle heranwachsenden Mädchen – und auch für die Jungs. Denn Mut und Träume sind nicht an das Geschlecht geknüpft, leidenschaftlich sein, können wir alle im Kleinen oder Großen. Und uns ein Beispiel nehmen an Frauen, die sich nicht haben abschrecken lassen, trotz aller Hürden, die sie nehmen mussten. Wie Xian Zhang auf Seite 2014 zitiert wird: „Wenn Mädchen sehen, dass Frauen diese Arbeit leisten, werden sie sich das selbst auch zutrauen.“ Mütter, lest diese Gute-Nacht-Geschichten mit euren Kindern!



Buchtipp von Simone Eutebach



Infos zum Buch:


Elena Favilli und Francesca Cavallo: „Good Night Stories for Rebel Girls“, Hanser 2017, 224 Seiten, ISBN: 978-0120420476
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren