Marienkäfer sind klein, süß und summen nett. Nicht so Marie Käferchen! Ihr Herz schlägt für Rock ’n’ Roll. In den Händen hält sie die E-Gitarre, ihre Stimme schmettert Melodien, sie singt und groovt, was das Zeug hält. Papa Käfer, Frau Schneck und Herr Heuschreck sind weniger begeistert von der Musik. Überhaupt meiden die anderen Wiesenbewohner bald die musikalisch ambitionierte Marie. Sie ist einfach zu laut!
Marie singt irgendwann allein auf der beschaulichen Wiese. Doch dann naht Verstärkung in Form einer bunten Käfer-Band, die auf der Wiese ein Konzert geben will. Die Band erkennt Maries Talent, und jetzt geht die Show erst richtig los.
Wortkünstler Kai Lüftner schmiedet mitreißende Reime voller Charme und Witz. Dazu schafft Wiebke Rauers die amüsante Bildwelt für ein Käferchen, das so richtig den Verstärker aufdreht.
(Bildquelle: Nord Süd)
Meinung:
"Marie Käferchen" ist mir mit seinem Cover ins Auge gestochen und ich wusste sofort, dass ich herausfinden musste, welche Geschichte hinter diesem rockigen Titelbild steckt. Nur schon die Farbpalette ist für den Bilderbuchbereich aussergewöhnlich und dann ist da noch der Marienkäfer, der mit einer zweihälsigen E-Gitarre und Totenkopf-Fussstütze abrockt... Wer bei Marienkäfer nur an niedliche Tiere, die Glück bringen denkt, wird hier eines Besseren belehrt, denn sie können auch Punkrocker sein, die ihren eigenen Traum verwirklichen.
Im dritten Band des ungewöhnlichen Vorlesebuches um den wilden Räuber Donnerpups geht es ungeheuerlich zu: An einem Freitag dem Dreizehnten kann bekanntermaßen alles Mögliche passieren. Deswegen müssen die wilden Räuber für ihre heutige Erkundungstour durch den Donnerwald besonders viel Mut aufbringen. Die kleine Hexe Simsibim sieht das nicht anders und will am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben. Aber dann fällt ihr ein Rezept gegen das Unglück ein. Wäre es nicht fein, wenn sie allen Pechvögeln dieser Welt helfen könnte? Doch der Zaubertrank misslingt und kurz darauf bekommen es Hauptmann Donnerpups und seine Bande mit einem ganz außergewöhnlichen Ungeheuer zu tun ...
(Bildquellee: Coppenrath Verlag)
Meinung:
"Freitag der Dreizehnte" ist der dritte Band der Bilderbuchreihe rund um den Räuberhauptmann Donnerpups. Für uns ist es die Premiere. Im Nachhinein kann ich mir ehrlich gesagt nicht erklären, warum wir die ersten beiden Bände noch nicht im Regal stehen haben. "Der wilde Räuber Donnerpups" hat nämlich alles, was ein Bilderbuch braucht, das von den Kindern heiss geliebt wird.
Zum einen wäre da eine spannende und witzige Geschichte. Die Räuberbande ist nämlich im Wald unterwegs und wird scheinbar vom Pech verfolgt. Kein Wunder, denn es ist Freitag, der Dreizehnte. Nur Robin glaubt nicht an diesen Unglückstag und ist guten Mutes, als sie auf ein Baumhaus stossen. Wer weiss, vielleicht gibt es da ja etwas zu holen? In bester Räubermanier schleichen sie sich an. Im Baum wohnt die kleine Hexe Simsibim. Und da sie sowieso ein Pechvogel ist, braut sie sich einen Zaubertrank, um ihr Unglück zu bannen. Doch der geht total schief.
Zum anderen lieben Kinder Pups-Bücher. Bei dem Thema ist einem die Aufmerksam und einiges an Gekicher gewiss. Als mein Sohn den Namen des Räuberhauptmanns gehört hat, musste ich ihm die Geschichte sofort vorlesen. Wie wohl für die meisten Jungs ist 'pupsen' auch für ihn ein grosses Reizthema und er findet das Pups-Problem von Donnerpups den Oberknaller.
Und dann sind da auch noch die tollen Bilder. Sie sind farbenfroh und detailliert, so dass es viel zu entdecken gibt. Für ein Bilderbuch ist der Text rech umfangreich und so bekommt man ein fantastisches Abenteuer mit Überraschungen und Witz geboten. Auch schon etwas grössere Kinder werden ihren Spass an "Der wilde Räuber Donnerpups" haben.
Obwohl "Freitag der Dreizehnte" für uns das erste Donnerpups-Buch ist, hatten wir keine Probleme, uns in der Geschichte zurechtzufinden. Klar, wenn wir die Vorgänger hätten, würden wir die Räuberbande schon besser kennen, doch durch die Steckbriefel auf dem Vorsatzpapier bekommt man ein gutes erstes Bild von den sechs wilden Gesellen.
Vor allem für Jungs sind die Donnerpups-Bücher Highlights im Kinderzimmer. Kein Wunder also, dass Junior auch die ersten beiden Abenteuer des Räuberhauptmanns haben möchte.
Fazit:
"Der wilde Räuber Donnerpups. Freitag der Dreizehnte" begeistert mit viel Witz, dem Reizthema 'pupsen' und einem wilden, verhexten Abenteuer. Das Bilderbuch besticht aber auch mit seinen tollen Illustrationen. Bei uns ist das Buch DER Pupser - äh Renner ....
Bianca, Violetta und Rosalind sind drei bezaubernde Prinzessinnen. Sie haben nur einen klitzekleinen Fehler: Sie streiten für ihr Leben gern!
Eines Tages meldet sich Besuch an, Prinz Waldomir hat keine Lust mehr auf die Drachenjagd und möchte lieber heiraten. Natürlich hält sich jede der Prinzessinnen für die Beste – und damit für die zukünftige Frau des Prinzen. Ein turbulenter Wettkampf entspinnt sich, noch bevor sie den mickrigen Waldomir überhaupt zu Gesicht bekommen haben …
(Bildquellee: Loewe Verlag)
Meinung:
Ihr denkt, Ursula Poznanski kann nur Thriller? Weit gefehlt ..... Als ich "Die allerbeste Prinzessin" entdeckte, staunte ich nicht schlecht, als ich den Namen der bekannten österreichischen Autorin darauf entdeckte. Schreibt sie seit neustem auch Bilderbücher? Nochmals falsch .... Dies ist eine Neuauflauge des 2005 erschienenen Bilderbuches, dieses Mal illustriert von Sabine Büchner. Das Resultat ist eine etwas andere Prinzessinnengeschichte.
Die drei Prinzessinnen Bianca, Violetta und Rosalind sind sehr hübsch. Ihr Benehmen ist jedoch alles andere als prinzessinnenhaft. Sie tanzen ihrem Vater auf der Nase herum, kichern oder streiten darum, wer die allerbeste Prinzessin ist. Diese drei Prinzessinnen sind also für einmal wie ganz normale Geschwister. Sie treiben es so bunt, dass sich der König entschliesst, seine Töchter zu verheiraten. Bei so hübschen Prinzessinnen sollte das ja kein Problem sein.
"Nie wieder Marmelade in den Schuhen, Regenwürmer im Bett oder Kaugummi auf dem Thron", dachte der König und sein Bart kringelte sich vor Freude.
Auf den ersten Blick hat man das Gefühl, ein typisches Prinzessinnenbuch in der Hand zu halten, doch man sollte ein Buch nie nach seinem Cover - oder eine Prinzessin nie nach ihrem Äusseren - beurteilen. Bianca, Violetta und Rosalind haben es nämlich faustdick hinter den Ohren. Sie beweisen, dass auch Prinzessinnengeschichten (beinahe) klischeefrei erzählt werden können, dass es Geschwisterrivalitäten nicht nur bei Normalsterblichen gibt und dass man sein Schicksal stets selber in die Hand nehmen kann.
"Die allerbeste Prinzessin" ist wild, frech und wird mit einem stetigen Augenzwinkern erzählt. Für ein Bilderbuch enthält es relativ viel Text, so dass es sich auch für etwas ältere Kinder und auch für Erstleser eignet. Und an so wilden Prinzessinnen hat auch mein Sohn grossen Spass.
Ursula Poznanski kann also nicht nur Thriller, sondern weiss auch mit ihrem Bilderbuch zu begeistern.
Die Illustrationen von Sabine Büchner sind farbenfroh und herrlich detailverliebt, so dass es auf jeder Seite einiges zu entdecken gibt.
Fazit:
märchenhaft witzig & erfrischend frech
"Die allerbeste Prinzessin" ist alles anderes als ein typisches Prinzessinnenbuch. Ursula Poznanski zeigt auf, dass hinter einem hübschen Aussehen, wilde Mädchen stecken können, die viel Blödsinn im Kopf haben, sich oft streiten und ihr Schicksal selber in die Hand nehmen. Wer braucht da schon einen Prinzen?
Hier ist der (Vor-)Lesespass garantiert.
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Ursula Poznanski und Sabine Büchner: "Die allerbeste Prinzessin", Loewe Verlag 2018, 48 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
Dieses Buch kann bei uns in der Mediathek ausgeliehen werden.
Drei leckere Pilze findet der Bär auf dem Heimweg im Wald. Sein Freund, das Wiesel, schmort sie sogleich in der schweren Pfanne. Doch dann haben die beiden ein Problem: Drei Pilze für zwei? Wie soll das gehen? Beide bringen ein Argument nach dem anderen, warum der eine mehr als der andere bekommen müsse: »Ich hab sie gefunden!« »Ich hab sie zubereitet.« »Aber nach meinem Rezept.« »Ich esse Pilze lieber!« »Ich bin größer!« »Ich muss noch wachsen …« Bis plötzlich ein listiger Fuchs um die Ecke biegt und sich einen Pilz schnappt. Der hat einfach unseren Pilz geklaut! Gleichzeitig ist damit aber auch das Problem gelöst und Ruhe kehrt ein. Wenn das Wiesel nicht noch einen Nachtisch hätte: Drei Walderdbeeren …
Teilen ist nicht immer einfach - vor allem dann nicht, wenn es nicht aufgeht. Der Bär findet nämlich drei Pilze und bringt diese zu seinem Freund, dem Wiesel. Dieses brät und würzt die Pilze und beide Tiere freuen sich schon auf das Essen.
Der Bär teilt aus: "Ein Pilz für ich und ein Pilz für mich", sagt er. "Und noch ein Pilz für mich."
Für den Bären ist klar, dass er zwei Pilze bekommt, denn er ist ja gross und muss viel mehr essen. Doch damit ist das Wiesel gar nicht einverstanden, denn es ist ja schliesslich klein und muss noch wachsen.
Nun beginnen die beiden Freunde zu argumentieren und begründen, warum sie einen Pilz mehr verdient haben. Sie werden dabei immer lauter und drohender, bis sich das Problem schlussendlich ganz nach dem Motto 'Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte' löst. Nun endlich können die Freunde ihren Pilz geniessen. Problem gelöst. Wirklich? Es gibt nämlich noch einen Nachtisch. Das Wiesel hat Walderdbeeren gefunden. Drei Stück ...
Wie das Aufteilen des Nachtischs abläuft bleibt offen und regt zur Diskussion an. Die Kinder sind sofort Feuer und Flamme und haben Ideen, wie sie das Problem lösen würden.
"Zwei für mich, einer für dich" gefällt mir ausgesprochen gut. Die Streitproblematik ist wohl allen Eltern bekannt und so überrascht es auch nicht, dass die Argumente von Bär und Wiesel auch aus den Mündern der eigenen Kinder kommen könnten.
Auch mit den Bildern zeigt Jörg Mühle schön auf, dass sich hier Tier- und Menschenwelt treffen. So sitzt der Bär auf einem Baumstamm, das Wiesel hat jedoch genau den gleichen Kindersitz wie unser Junior. Die beiden Tiere leben im Wald, haben jedoch eine richtige Küche. Eine Kombination, die mit dem Witz der Geschichte zu überzeugen weiss.
Das Bilderbuch konnte uns sehr gut unterhalten und hat zum Diskutieren und Überdenken eigener Situationen angeregt.
Fazit:
"Zwei für mich, einer für dich" von Jörg Mühle ist ein witziges Bilderbuch zum Thema teilen und streiten. Das offene Ende regt zum Diskutieren und Nachdenken an. Richtig Klasse!
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Jörg Mühle: "Zwei für mich, einer für dich", Moritz Verlag 2018, 32 Seiten Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
Dieses Buch kann bei uns in der Mediathek ausgeliehen werden.
Der ganze Verkehr kommt zum Erliegen. Was ist nur passiert? Was ist da vorne los? ruft ein kleiner Junge auf seinem Dreirad. Der Straßenarbeiter neben dem Vorsicht Stau-Schild weiß es nicht. Und nun machen sich alle auf den Weg: Auf Rollschuhen, mit dem Einrad, dem Tretroller, Skateboard, Buggy oder im Rollstuhl: alles, was Räder hat, ist dabei. So lernt man fünfzig Fahrzeuge und ihre Besitzer kennen, die sich zum Teil furchtbar ärgern (wie der Fahrer des Betonmischers) oder ziemlich freuen (wie die Kinder im Schulbus), die ihr Taxi stehenlassen oder mit dem Polizeimotorrad am Stau vorbeibrausen. Aber was ist passiert? Eine Sensation: Ein Dino ist aus seinem Ei geschlüpft! Was für eine Überraschung!
Mit dieser Frage eines kleinen Jungen auf seinem Dreirad steigt Tomoko Ohmura in ihr neues Kinderbuch ein. Ein Strassenarbeiter, der gerade ein Vorsicht-Stau-Schild aufstellt, kann ihm auch nicht weiterhelfen. Es scheint etwas passiert zu sein. Lasst uns mal nachsehen .....
Nun machen sich alle auf den Weg: Auf Rollschuhen, mit dem Einrad, dem Skateboard, dem Rollstuhl, der Rikscha oder im Beiwagen: alles, was Räder hat, ist dabei.
So verfolgt man über 12 Doppelseiten die Verkehsschlange und lernt 50 verschiedene Fahrzeuge und ihre Besitzer kennen. Der Fahrer des Betonmischers ärgert sich furchtbar, da er unbedingt weiterfahren muss, die Kinder im Schulbus freuen sich dafür, als Schweinchen vorbeispringen, die aus dem Viehtransporter vor ihnen ausgebüxt sind. Aber niemand weiss, was los ist. Die Feuerwehr hat vorsorglich schon mal den Schlauch abgerollt und die Ambulanz fragt sich, ob jemand verletzt ist und packt die Bahre aus.
Die Fahrzeuge werden immer grösser und sind durchnummeriert - von Nr. 50 dem Dreirad bis Nr. 1, dem Kranwagen, der die grosse Sensation und den Grund für den Stau zu Tage befördert. Die Auflösung ist wirklich sehr überraschend und witzig und wird alle Kinder begeistern.
Und auch sonst sind wir alle fasziniert von "Wieso geht´s hier nicht weiter?". Die Idee dieses Bilderbuches ist zwar sehr einfach, dafür umso genialer umgesetzt. In ganz vielen kleinen Situationen zeigt uns Tomoko Ohmura, was beim Warten alles passieren kann.
So wie das Buch aufgemacht ist, lässt es sich auf ganz verschiedene Arten nutzen. Man kann sich einfach mal die ganze Fahrzeugschlange anschauen und die einzelnen Fuhrwerke benennen. Dadurch dass alle 'Wagen' durchnummeriert sind, kann man auch zählen. Und dann gibt es auf jeder Doppelseite Sprechblasen und über den Bildern schräg angeordnete Gesprächsfetzen. Mit diesen lassen sich kleine Geschichten erzählen und weiterspinnen.
Die Illustrationen sind klar und farbenfroh, so dass sie die Kinder sofort ansprechen.
Fazit:
Das Bilderbuch "Wieso geht´s hier nicht weiter?" von Tomoko Ohmura überzeugt mit einer einfachen Idee, die grossartig umgesetzt wurde. 50 verschiedene Fahrzeuge stehen im Stau und wollen wissen, was da vorne passiert ist. Das Ende ist überraschend, witzig und wird ganz bestimmt jedes Kind begeistern.
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Tomoko Ohmura: "Wieso geht's hier nicht weiter?", Moritz Verlag (7. Februar 2018), 44 Seiten, ISBN 978-3895653551
Es war ein langer Tag und der Hase hat nur einen Wunsch: Grododo - endlich schlafen! Noch ein Glas Wasser, die Pantoffeln aufräumen, den Teddy fest ans Herz drücken und dann schließt er endlich das eine, dann das andere Auge und schläft auf beiden Ohren ein. Doch was hört er da? Wer stört seinen Schlaf? Das darf doch nicht wahr sein! Er sieht nach und sorgt für Ruhe. Aber die dauert leider nicht allzu lange an ...
Der Hase Cäsar freut sich nach einem langen Tag endlich schlafen zu gehen. Wie jeden Abend stellt er ein Glas Wasser auf seinen Nachttisch und seine Pantoffeln auf den kleinen Teppich, überprüft, dass sich kein Monster unter seinem Bett versteckt, drückt seinen Teddy, schliesst ein Auge, dann das zweite und schläft auf beiden Ohren ein. Doch plötzlich schreckt er hoch. Wer wagt es, ihn beim Schlafen zu stören? Er schaut nach und sorgt für Ruhe. Aber die währt leider nicht lange. Cäsar wird immer wieder geweckt, wird immer wütender und müder, so dass sein Zubettgeh-Ritual immer mehr durcheinander gerät.
Es gibt Bilderbücher, die kaufe ich einfach für mich. "Grododo" von Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo war so eines. Ich habe das Cover gesehen, und mich sofort verliebt. Auch wenn ich mir dachte, dass meine Kinder dieses spezielle Buch nicht sonderlich mögen würden, konnte ich nicht widerstehen.
Die Illustrationen von Kris Di Giacomo sind nämlich kunstvoll und in grau-braun-Tönen gehalten, was eine tolle Atmosphäre ergibt. Die Geräusche, die Cäsar aufwecken, werden als immer wiederkehrende Wörter auf einer ganzen Doppelseite optisch dargestellt. Damit kann man beim Erzählen spielen und die Spannung erhöhen.
Aber genau wegen den eher düsteren, sehr speziellen Bildern dachte ich, dass meine Kinder nicht so auf "Grododo" anspringen würden. Doch ich wurde überrascht. Vor allem mein Sohn (bald 5) hat nun ein neues Lieblingsbilderbuch. Als wir Cäsar das erste Mal beim Zubettgehen begleitet hatten, lachte er sich kringelig. Kinder lieben Wiederholungen und Rituale. Michaël Escoffiers Spiel mit den kleinen Verwechslungen bringt sehr viel Humor und wird hier geliebt.
Die letzte Doppelseite bringt übrigens noch einen krönenden Abschluss, an dem vor allem die Erwachsenen ihre Freude haben.
Fazit:
"Grododo" ist ein wunderbares Bilderbuch, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Die Geschichte spielt humorvoll mit den Ritualen vor dem Zubettgehen und besticht mit kunstvollen und atmosphärischen Illustrationen. Vielen Dank Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo! Wir haben ein neues Lieblingsbilderbuch!
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo: "Grododo", Carlsen (1. Februar 2017), 56 Seiten, ISBN 978-3551515094
Was für ein herrlicher Wintertag, finden der kleine Schneehase Flöckchen und seine Freunde. Gemeinsam sausen sie mit ihren Schlitten die Hügel hinab, wirbeln mit Schlittschuhen über das Eis und suchen im Wald nach Tannenzapfen. Wenn nur der Wind nicht so eisig wäre ... Bibbernd treten Flöckchens Freunde einer nach dem anderen den Heimweg an, bis der kleine Schneehase ganz alleine zurückbleibt. Was soll er jetzt nur tun? Da hat er plötzlich eine wunderbare Idee, wie er seinen Freunden ein wohlig-warmes Weihnachtsfest bescheren kann ….
Der kleine Hase liebt es, im Schnee zu spielen, so auch ein Tag vor Weihnachten. Mit Mäuschen, Fuchs und Bär geht er schlitteln, Schlittschuh laufen und Tannenzapfen sammeln. Doch seinen Freunden wird schnell kalt und so verabschieden sie sich nach und nach, so dass Flöckchen am Ende alleine übrig bleibt. Als er dann im Schnee eine Silbermünze findet und diese in die Tasche seines Umhangs steckt, realisiert er, warum ihm noch warm ist. Und so geht er in den Dorfladen und kauft Wolle, um jedem seiner Freunde ein Weihnachtsgeschenk zu stricken.
Mäuschen, Fuchs und Bär freuen sich riesig über das warme Geschenk, realisieren jedoch, dass sie für den kleinen Hasen kein Geschenk haben. Doch das macht diesem gar nichts aus, denn Freundschaft ist das allergrösste Geschenk überhaupt.
"Der kleine Hase beschenkt seine Freunde" ist nicht nur inhaltlich sondern auch optisch ein richtig Highlight.
Die warmherzige Geschichte hat eine richtig weihnachtliche Message: Geschenke sind schön, doch das Wichtigste sind Freunde.
Die Autorin Rebecca Harry hat auch die wunderschönen Bilder gemalt. Als optischer Hingucker wurde jede Seite zusätzlich mit Silberfolie verschönert. Und wer liebt Glitzer nicht - vor allem zur Weihnachtszeit?
Fazit:
"Der kleine Hase beschenkt seine Freund" ist ein wunderschönes Bilderbuch, das klein und gross verzaubern wird. Und vor allem erkennt der kleine Hase die weihnachtliche Botschaft: Freundschaft ist wichtiger als materielle Geschenke.
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Rebecca Harry: "Der kleine Hase beschenkt seine Freunde", Loewe Verlag (15. September 2014), 24 Seiten, ISBN 978-3-7855-8065-3
Bären, Füchse, Vögel, Eichhörnchen, Hasen - im Wald leben viele Tiere!Von Januar bis Dezember zeigt jede Seite den Wald bei verschiedenem Wetter und zu verschiedenen Tageszeiten. So finden kleine Entdecker Antworten auf die Fragen: Was spielen die Tiere und wie ruhen sie sich aus? Wer schläft am Tag und wer in der Nacht? Wer mag wen? Was fressen sie am liebsten? Eine zusätzliche Doppelseite stellt alle Tiere des Waldes vor. Außerdem gibt es noch ein tolles Spiel.
Wimmelbücher sind bei uns sehr beliebt und "Ein Jahr im Wald" von Emilia Dziubak ist ein rundum gelungenes Exemplar und begeistert mit seinen liebevollen und detaillierten Bildern. Ich muss ehrlich zugeben, dass dieses Wimmelbuch eines der schönsten ist, die ich bisher gesehen habe.
Wir begleiten die Waldtiere und den Förster durch das Jahr. Jedem Monat ist eine Doppelseite gewidmet und so kann schön mitverfolgt werden, wie sich die Natur während den Jahreszeiten verändert und wie sich die Bewohner anpassen.
Es ist unglaublich, was Emilia Dziubak alles auf eine Doppelseite packt. Es wimmelt nur so von grossen und kleinen Tieren. Wir bekommen einen Einblick ins Erdreich, unter Wasser, in Baumstämme und auch im Luftraum wird es je nach Monat eng. So entdecken die Kinder, wer am Tag, wer in der Nacht und wer im Winter schläft, wie sich die Tiere überhaupt ausruhen und was sie am liebsten fressen.
Auch der Förster wird nicht vergessen, und so bekommt man einen kleinen Einblick in seine vielfältige Arbeit. Aber auch andere Waldbesucher dürfen natürlich nicht fehlen. Es gibt unglaublich viel zu entdecken!
So kann jeder Monat für sich ganz genau angeschaut werden oder aber man legt den Fokus auf ein bestimmtes Tier und begleitet es durch das Jahr.
Die Ringelnatter Ich bin eine ungiftige Schlange. Übrigens heisse ich so, weil ich um meinen Hals einen gelben Ring trage. Wenn es gefährlich wird, stell ich mich einfach tot.
Auch die beiden Vorsatzpapiere wurden kreativ genutzt. Auf dem vorderen werden viele der Tiere und der Förster vorgestellt. Die Texte sind kurz gehalten, aber doch sehr informativ, so dass alle noch etwas Neues erfahren können.
Auf dem hinteren Vorsatzpapier findet sich ein grosses unterirdisches Labyrinth, in dem sich die Kinder verweilen können.
Der Dachs Ich bin das sauberste Tier des Waldes. Mein Dachsbau ist immer super ordentlich, weil ich all meinen Müll nach draussen bringe.
"Ein Jahr im Wald" bringt uns nicht nur den Wald und seine Tiere näher. Das Buch zeigt uns die Vegetation im Laufe des Jahres und man kann nebenbei gleich auch noch die Monate üben.
Die Illustrationen sind grandios. Auf der einen Seite sind sie sehr kindgerecht, auf der anderen Seite recht naturgetreu und sprechen so gross und klein an. Alle Bilder sind in etwas gedeckten Frben gehalten, so dass sie sehr gut zum Wald passen.
Fazit:
"Ein Jahr im Wald" ist ein Wimmelbuch, das mit wunderbaren Bildern begeistert. Jeden Monat gibt es viel zu entdecken und auch ohne Text lernt man einiges über den Förster und die Waldtiere. Emilia Dziubak hat ein Bilderbuch geschaffen, das meiner Meinung nach jedes Kind einmal asugeliehen haben sollte.
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Emilia Dziubak: "Ein Jahr im Wald", Ars Edition (17. Juni 2016), 32 Seiten, ISBN 978-3845813240
Jimmy Milchohr wird rot. Wenn die Großen ihn ärgern. Wenn er sich wehren will, dann aber Angst bekommt. Wenn ihm die richtigen Worte fehlen. Nur seine Freundin Pina versteht ihn. Und zusammen ziehen sie in die weite Welt, um sich zu behaupten und stark und mutig zu werden. Jetzt ist endlich Schluss mit roten Ohren – und Jimmy sagt, was er denkt!
Im Mittelpunkt dieses tollen Bilderbuchs stehen der kleine Fuchs Jimmy Milchohr und seine Wildschwein-Freundin Pina. Beides sind sie Aussenseiter und werden von den anderen Waldtieren ausgelacht und gehänselt.
Nachdem die zwei wieder einmal gemeinem Gespött ausgeliefert waren, treffen sie sich - wütend und traurig. Da entschliessen Jimmy und Pina, dass sie weg von zuhause wollen und sie rennen bis der Wald zu Ende ist. Da treffen sie auf ein unheimlich grosses und graues Wesen. Nach dem ersten Schreck finden sie, dass das Tier gar nicht grässlich sondern witzig aussieht und die beiden Freunde beginnen zu lachen. Als das grosse Tier sich traurig abwendet, realisieren die beiden, dass sie nicht besser reagiert haben als die Waldtiere zuhause. Schnell entschuldigen sie sich und gemeinsam schmieden sie einen Plan, damit Jimmy und Pina nicht mehr ausgelacht werden.
"Jimmy Milchohr" bewegt die Kinder sofort. Schon beim ersten Verspotten kommen Reaktionen und sie leiden mit den Tierkindern mit.
Optisch ist das Bilderbuch wunderschön aufgemacht. Freche und doch harmonische Bilder werden von einigen hervorgehobenen Textsequenzen ergänzt. Sonst hat es für ein Bilderbuch ab 3 Jahren jedoch eher viel Text. Wenn die Geschichte bekannt ist, kann dieser natürlich auch abgekürzt werden. Junior (4) ist richtig begeistert von "Jimmy Milchohr" und auch Favolina (6) hört die Geschichte sehr gerne.
Aber auch ich als Erwachsene bin begeistert von dem Werk von Christian Seltmann und Astrid Henn. Ich finde es nicht nur optisch wunderschön, sondern mir gefällt auch, wie die goldene Regel 'Was du nicht magst, was man dir tut, das füg auch keinem andern zu' in die Geschichte eingebaut wird, so dass sie jedem Kind sofort auffällt und einleuchtet.
Fazit:
"Jimmy Milchohr: Ein Fuchs wird rot" ist nicht nur optisch ein Highlight. Mit den beiden sympathischen 'Aussenseiter-Helden' der Geschichte vermitteln uns Christian Seltmann und Astrid Henn wichtige Werte und sprechen gross und klein an.
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Christian Seltmann: "Jimmy Milchohr. Ein Fuchs wird rot", Arena Verlag (1. Juni 2016), 32 Seiten, ISBN 978-3401704340
Das erste Bilderbuch zur preisgekrönten Bestseller-App: Fiete ist ein kleiner Seemann. Sein Zuhause ist eine Insel irgendwo im weiten Meer. Mit seinen besten Freunden Hinnerk und Hein hat Fiete schon so manches Abenteuer erlebt, denn die drei halten zusammen wie Pech und Schwefel. Ob sie es auch schaffen, das gesunkene Schiff vom alten Leuchtturmwärter Hansen zu heben?
Mit ihrem kleinen Boot, einer Kiste Limo und drei Paar Wollsocken zum Wechseln nehmen sie Kurs aufs offene Meer. Doch die Rettungsaktion gestaltet sich schwieriger als gedacht. Bis Fiete schließlich einen genialen Einfall hat ...
"Das versunkene Schiff" ist das erste Bilderbuch mit Fiete, dem Seemann aus den preisgekrönten Apps von Ahoiii. Eine Diplom-Pädagogin, zwei Designer und ein Programmierer realisierten, als sie selber Nachwuchs bekamen, dass es für kleine Kinder kaum Apps gibt, die ihnen gut gefielen.
Sie entschlossen sich, eine spielerische Lernapss für ihr eigene Kinder zu entwickeln, die Kinder nicht überfordere, und einfach und intuitiv zu bedienen sei. Nach zwei Jahren wurden Ahoiii gegründet und heute sind die Fiete-Apps nicht nur an der Nordsee sondern weltweit bekannt. Toll, dass es auch einmal anders herum funktioniert: aus einem digitalen Spiel wird ein Bilderbuch.
"Fiete. Das versunkene Schiff" erzählt die Geschichte, wie sich Fiete mit seinen beiden Freunden Hinnerk und Hein auf die Suche nach 'Botilda', dem Schiff des alten Leuchtturmwärters Hansen macht. Sofort realisieren die Kinder, worum es in diesem Bilderbuch geht: Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt.
Schon auf der ersten Doppelseite bestaunten wir das Bild, schmunzelten darüber, wie Fiete, Hinnerk und Hein Kisten mit Konservendosen die Treppen runterschleppen und spätestens als die drei Freunde für ihre Exkursion packen, hatte uns Ahoii, denn was da alles im kleinen Motorboot Platz finden muss, zauberte allen ein Grinsen ins Gesicht.
Als Fiete, Hinnerk und Hein dann die 'Botilda' auf dem Grund des Meeres entdecken, merken sie, dass das Heben des Schiffes nicht so einfach wie erwartet ist und sie müssen einiges ausprobieren, Nur gut sind die drei sehr einfallsreich und haben alles 'Nötige' dabei, denn für die Bergung ist eine Lösung de luxe nötig
Die Bilder sind einfach gehalten, aber umso wirkungsvoller. Mit Aquarellfarben bemalte Kartons wurden eingescannt und mit Collagentechnik am Computer zu einem ganzen Bild zusammengefügt.
Die Seiten sind sehr unterschiedlich gestaltet. Es gibt Bilder, die eine ganze Doppelseite umfassen, dann wieder werden kleinere Szenen aus dem Text dargestellt. Meinen beiden Kindern gefällt vor allem die Doppelseite, auf der alles, was die drei Freunde mitnehmen, gezeigt und auch beschriftet wird. Dadurch können sie nämlich an der Geschichte Teil haben.
Und so ist dieses erste Fiete Buch äusserst abwechslungsreich, spannend und macht einfach Spass.
Fazit:
"Fiete. Das versunkene Schiff" konnte bei uns gross und klein begeistern. Das Bilderbuch besticht durch schlichte, liebevolle Bilder, auf denen es viel zu entdecken gibt, eine abwechslungsreiche und kreative Geschichte und drei charismatische Freunde, die zusammen sogar Pferde stehlen, äh Schiffe heben ....
Fiete ist bei uns ein richtiges Highlight, auch wenn wir nicht an der Nordsee leben.
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Aahoiii: "Fiete. Das versunkene Schiff", Bastei Lübbe (Boje) (8. Oktober 2015), 40 Seiten, ISBN 978-3414824363
Lullemu hat ganz viele Spielsachen. Nur einen Freund hat er nicht. Also macht er sich auf die Suche und stellt fest, dass Freundefinden gar nicht so leicht ist.
Ich habe mich verliebt . . . in das Cover, alle Bilder, die Geschichte und in Lullemu . . .
Lullemu hat zwar sehr viele Spielsachen, er merkt jedoch, dass ihm ein Freund fehlt. Und so macht er sich auf die Suche. Doch alle Tiere, die er trifft, haben Ansprüche an einen neuen Freund. Sie wollen, dass der kleine Hund so ist wie sie. Lullemu gibt sein Bestes, um den Anforderungen gerecht zu werden, denn er möchte doch so gerne einen Freund haben. Doch leider bringt sein grosser Einsatz nichts und er lässt schon ganz schön den Kopf hängen, als er Mullewu trifft ...
Das Buch besticht mit ganz wenig Text, aber vor allem auch mit seinen liebevollen, aber auch witzigen Bildern. Lullemu hat sich ins Herz meiner Tochter - und auch in meines - geschlichen und wird regelemässig angeschaut und vorgelesen.
Eine wunderschöne Geschichte um wichtige Themen: Freunde suchen, sich für andere verbiegen, abgelehnt werden, sich selber sein und Freunde finden.
Fazit:
"Lullemu, wer bist DU" ist eines meiner Lieblingsbilderbücher!
Leiht es bei uns aus! Kauft es! Lest es (vor)! Verschenkt es!
Und lernt vor allem die prächtigsten, wolligsten, tollsten, stärksten, feinsten und allerbesten Hundefreunde auf der ganzen Welt kennen!
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Kerstin Schoene & Nina Gunetsreiner: "Lullemu, wer bist DU?", Coppenrath (Juni 2012), 38 Seiten, ISBN 978-3649612476
Wer kennt das nicht: »Noch mal, bitte noch mal lesen!« Den Eltern fallen die Augen zu, aber die liebste Gutenachtgeschichte soll immer und immer wieder vorgelesen werden!
Auch der kleine Drache ist noch hellwach und drängelt. Seine Mutter versucht, die Geschichte abzukürzen, und die Helden der Geschichte haben auch schon längst keine Lust mehr, immer wieder vorgelesen zu werden. Ärgerlich spuckt der kleine Drache Feuer, die Geschichte wird langsam zu heiß. Und sie geht sogar in Flammen auf! Alle flüchten durch das Brandloch. Na dann: Gute Nacht!
Mit "Noch mal!" deckt die Emily Gravett gleich zwei wichitge Kinderthemen ab: Drachen und die obligate Gutenachtgeschichte. Als Mutter muss man schnell lernen, dass Kinder ihre Lieblingsgeschichten immer wieder hören wollen, am liebsten mehrfach hintereinander. Und so ist das auch bei den Drachen. Mama ist zwar schon müde, doch die gewünschte Gutenachtgeschiche wird selbstverständlich vorgelesen. Doch gleich nach dem Ende bettelt das Drachenkind: "Noch mal?", und so beginnt Mama Drache von vorne. Doch jedes Mal wird sie müder, kürzt die Geschichte mhr ab und passt sie den gegebenen Umständen an bis sie schlussendlich einschläft. Nach jedem Mal erzählen wird der kleine Drache wütender bis er schlussendlich rot vor Zorn "NOCHMAL!" brüllt und sich nicht mehr unter Kontrolle hat.
"Noch mal!" kommt mit sehr wenig Text aus. Es besteht zum einen Teil aus der sich verändernden Gutenachtgeschichte und zum anderen aus dem Satz "Noch mal!", dessen Schrift immer grösser wird, je verärgerter der kleine Drache ist.
Als ich die Gutenachtgeschichte des kleinen Drachen das erste Mal gelesen habe, musste ich etwas stutzen .... aber schliesslich ist es eine Drachengeschichte und da ist es wohl so, dass die Königstochter zu Brei verquirlt und zu Pfannkuchen gebraten wird. Meine Kinder hat das auf jeden Fall überhaupt nicht gestört, denn es ist ja ein Märchen, einfach für einmal von der anderen Seite gesehen.
Die Illustrationen sind richtig schön bunt, so dass sie die Kinder gleich ansprechen. Emily Gravett hat auch die Mimik der beiden Drachen toll hinbekommen, so dass man an ihren Geischtern gleich die aktuelle Gemütslage ablesen kann. Im Hintegrund ist dann jeweils die Buchseite abgebildet, so dass man die Veränderung der Geschichte auch bildlich mitverfolgen kann.
Das Brandloch am Ende des Buches ist natürlich das Highlight und nach der Geschiche muss immer durchgegriffen oder durchgeguckt werden. Und danach? Danach heisst es: "Noch mal!".
Fazit:
"Noch mal!" ist ein richtig tolles und vor allem wieder einmal ganz anderes Bilderbuch, das sich bei uns seinen Stammplatz als Gutenachtgeschichte ergattert hat. Vor allem mein Sohn ist völlig fasziniert und meint nach jedem Durchgang: "Noch mal!"
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Gravett, Emily: "Noch mal!", FISCHER Sauerländer (12. Februar 2015), 32 Seiten, 978-3737351737Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
Eigentlich haben Hummeln viel zu kleine Flügel, um fliegen zu können – auch die kleine Hummel Bommel. "Mit deinen winzigen Flügeln kannst du nie und nimmer fliegen!", lachen die anderen Insektenkinder Bommel aus. Doch bald erkennt die kleine Hummel, dass sie keine größeren Flügel, sondern nur eine Portion Mut zum Fliegen braucht …
Die meisten wissen, dass Hummeln eigentlich zu kleine Flügel für ihren runden Körper haben. Und genau das muss sich die kleine Hummel Bommel anhören. Nach der Insektenkrabbelgruppe wird sie nämlich von Bino Biene und Walpurga Wespe gehänselt, dass sie mit so winzigen Flügeln nie und nimmer fliegen könne und nach Hause laufen müsse.
Bommel lässt den Kopf hängen, möchte aber herausfinden, warum seine Flügel so anders sind. Und so macht er sich auf die Suche nach einer Antwort.
Lilli Libelle und Marie Marienkäfer wissen zwar, warum sie so grosse Flügel haben, doch erst Pastor Fliege verrät Bommel, dass man fliegen lernen kann und gibt ihm den Tipp, bei Ricarod Raupe vorbeizuschauen. Und so geht die kleine Hummel Bommel von einem Insekt zum anderen und erkennt, wie einzigartig jeder ist. Alle haben ihre Eigenarten und Spezialitäten und alles hat seinen Sinn.
Selbstverständlich lernt Bommel auch fliegen und erkennt, dass man Mut im Herzen trägt, an sich glauben und sich einfach trauen muss.
Britta Sabbag, Maite Kelly und Joëlle Tourlonias haben dieses Bilderbuch zusammen kreiert. Doch verderben zu viele Köche nicht den Brei? Hier ganz bestimmt nicht, denn das Konzept von herzerwärmender Geschichte, goldigen Bildern und einem Titelsong obendrauf geht perfekt auf.
Gerade die Illustrationen bestechen mit ihren hellen Farben und klaren Linien und drücken der Geschichte ihren ganz eigenen Stempel auf.
Ein Bilderbuch, das ich allen nur ans Herz legen kann. Ich bin mir sicher, dass gross und klein die Hummel Bommel mit den roten Chucks sofort ins Herz schliessen wird.
Fazit:
"Die kleine Hummel Bommel" hat wirklich alles, was ein tolles Bilderbuch ausmacht, das immer wieder angeschaut werden will: herzallerliebste Charaktere, eine schöne Geschichte mit wichtiger Botschaft, goldige Bilder und als i-Tüpfchen sogar einen eigenen Titelsong. Meine Kinder und ich sind begeistert.
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Sabbag, Britta / Kelly, Maite / Tourlonias, Joëlle: "Die kleine Hummel Bommel", arsEdition (5. Februar 2015), 32 Seiten, 978-3845806372 Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
Erzähl mir was! Bildergeschichten zum Selbsterzählen
Gemeinsam in einem schönen Märchenbuch zu blättern, die Bilder zu betrachten und immer wieder und wieder die vertrauten Geschichten zu lesen, ist eines der schönsten Rituale zwischen Eltern und ihren Kindern.
Dieses Pappbilderbuch macht diese schöne Gewohnheit noch lebendiger: Denn hier wird jeder selbst zum Märchenerzähler. Zum ersten Mal werden die beliebtesten Märchen der Brüder Grimm als Bildergeschichte erzählt. Kinderleicht und kunterbunt, zum Angucken, Nacherzählen und Immer-wieder-Neuentdecken.
Sobald meine Kinder ins Erzählalter kamen, habe ich mich aufs Märchen erzählen gefreut. Doch mit den klassischen Märchenbücher ist das nicht ganz so einfach. Da gibt es pro Märchen ein bis zwei Bilder und die kleinen Kinder haben da zu wenig zu sehen für den vielen Text und werden unruhig.
Fischer KJB hat bisher vier Märchen als Bildermärchen für Kinder ab 2 Jahren aufgemacht. So wird die Geschichte comicartig dargestellt. Manchmal finden sich mehrere, manchmal ein grosses Bild auf einer Seite. Diese sind schön bunt und liebevoll gestaltet. So lässt sich Dornröschen als Bildergeschichte erzählen und die Kinder können einem gut folgen, viele Dinge auf den Illustrationen entdecken und in einem weiteren Schritt das Märchen dann selber erzählen.
Für diejenigen, die sich nicht mehr ganz an den Verlauf der Geschichte erinnern, findet sich hinten im Buch noch der ganze Text zum Nachlesen.
Mir gefällt die Idee dieser allerersten Bildermärchen ausserordentlich gut und das freie Erzählen und betrachten der wunderschönen Bilder macht Gross und Klein Spass. Dornröschen wird bestimmt nicht das einzige Buch aus dieser originellen Reihe bleiben.
Fazit:
"Mein allererstes Bildermärchen. Dornröschen" ist eine geglückte Mischung aus Comic und Märchen. So kann Dornröschen frei erzählt und dabei die tollen, bunten Bilder betrachtet werden.
Eine grosse Kaufempfehlung für kleine Märchenliebhaber.
Buchtipp von Nicole Forrer
Infos zum Buch:
Barbara Korthues: "Mein allererstes Bildermärchen. Dornröschen", FISCHER KJB (24. April 2014),