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Donnerstag, 19. Februar 2015

[Buchtipp] "Lillesang. Das Geheimnis der dunklen Nixe" von Nina Blazon


Inhalt:


Irgendetwas war in diesem Meer ...

Als Jo und ihre Familie das alte Haus an der dänischen Küste erben, erzählt die kauzige Nachbarin Bente die Geschichte von dem Gongur, der an Land kommt und Menschen ins Meer zieht. Anders als ihre Mutter, die das Wasser meidet, lässt Jo sich von der Alten nicht ins Bockshorn jagen. In der Nacht jedoch wird sie tatsächlich von einer Stimme an den Strand gelockt. Bente kann das schlafwandelnde Mädchen in letzter Minute retten. Was hat es mit dem Nixen-Wesen auf sich? Und warum versteckt Jos Mutter alte Fotos, auf denen Gesichter herausgekratzt sind? Jo ahnt, dass ein uraltes Geheimnis auf ihrer Familie lastet. Sie ahnt nicht, dass Bente den Schlüssel dafür in der Hand hält ...

(Bild- und Textquelle: cbt)



Meinung:


Einstieg ins Buch:
Du willst wohin?" Jos Mutter schrie nicht, aber ihre blauen Augen blitzten vor Empörung und auf ihrer Stirn braute sich das Gewitter zusammen, das gleich auf Jo niedergehen würde.

Mit "Lillesang" richtet sich Nina Blazon wieder einmal an ein etwas jüngeres Publikum, empfohlen wird das Buch ab 10 Jahren. Beim Lesen merkt man das auch, doch geschadet hat es meinem Lesegenuss überhaupt nicht, denn das Buch ist nicht nur optisch ein richtiges Highlight.
Wir begleiten die elfjährige Jo, die wahnsinnig gerne schwimmt und so gerne einmal ans Meer reisen würde. Doch genau damit gerät sie immer wieder mit ihrer Mutter aneinander, denn diese möchte sie am liebsten von allem, das nass ist, fernhalten. Als sie dann das Häuschen direkt an der dänischen Küste erbt, kommt sie nicht mehr drumherum und reist mit Mann und Tochter nach Ishøj, in der Nähe von Kopenhagen. Erst erwartet man eine typische Mädchen-Feriengeschichte, doch dann entdeckt Jo mit ihren neuen Freunden seltsame Dinge in Mettes Häuschen, eine sonderbare Frau taucht auf, Mama verhält sich komisch und in der Nacht geschehen geheimnisvolle und vor allem richtig gruselige Dinge.

"Das Meer ist ein Labyrinth magischer Spiegelungen. Es täuscht und verzerrt, du wirst alles darin sehen, was du erwartest." (Seite 283)

"Lillesang" ist eine Märchenadaption und obwohl diese gerade recht in Mode sind, hebt sie sich von den anderen ab. Hier verarbeitet die Autorin "Die kleine Meerjungfrau" von Hans Christian Andersen und bietet dem Leser ein rasantes und gruseliges Abenteuer durch Kopenhagen und Umgebung. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wird die Spannung nämlich gekonnt angezogen und man hängt gebannt an den Seiten von "Lillesang".
Neben der kleine Meerjungfrau verwebt Nina Blazon auch noch die Sage der Gongur in ihre Geschichte und bringt so nicht nur junge Leser zum Gruseln. Und auch sonst wurde es mir als schon erwachsene Leserin nie langweilig, denn die Autorin erwischte mich mehr als einmal auf dem falschen Bein und weiss zu überraschen.


"Siehst du? Nichts ist nur böse oder nur gut. Und wie bei den Drachen und den Prinzessinnen weiss man nie, ob in der schlimmsten Kreatur nicht doch etwas Gutes steckt." (Seite 404)


Gant toll finde ich, wie Nina Blazon das Meer überall mit einbindet. Durch die Handlung, steht die See schon im Mittelpunkt, doch sie schafft es, diese auch durch Redewendungen oder andere Begriffe in die Sprache, in die Geschichte mit einzubinden und zaubert so auch in diesem Kinderbuch eine ganz tolle Atmosphäre.
In "Lillesang" werden einem jedoch nicht nur "Die kleine Meerjungfrau", Hans Christian Anderson und die Gongur näher gebracht. Die Autorin zeigt auch auf, wie wichtig Freundschaft und die Familie ist - und das auf eine sehr schöne Art, denn man soll immer auf sein Herz hören.


Fazit:

Einmal mehr beweist Nina Blazon ihre anscheinend unerschöpfliche Fantasie und entwirft eine eindrückliche Story rund um das Märchen "Die kleine Meerjungfrau" und andere 'meerige' Sagen.
"Lillesang" ist ein rasantes und gruseliges Abenteuer quer durch Kopenhagen und Umgebung und weiss Gross und Klein zu fesseln.

Buchtipp von Nicole Forrer


Infos zum Buch:


Blazon, Nina: Lillesang. Das geheimnis der dunklen Nixe, cbt (1. September 2014), 413 Seiten, 978-3570162873


empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren


Donnerstag, 22. Januar 2015

[Bilderbuchtipp] "Mein allererstes Bildermärchen. Dornröschen" von Barbara Korthues


Inhalt:


Erzähl mir was! Bildergeschichten zum Selbsterzählen
Gemeinsam in einem schönen Märchenbuch zu blättern, die Bilder zu betrachten und immer wieder und wieder die vertrauten Geschichten zu lesen, ist eines der schönsten Rituale zwischen Eltern und ihren Kindern.
Dieses Pappbilderbuch macht diese schöne Gewohnheit noch lebendiger: Denn hier wird jeder selbst zum Märchenerzähler. Zum ersten Mal werden die beliebtesten Märchen der Brüder Grimm als Bildergeschichte erzählt. Kinderleicht und kunterbunt, zum Angucken, Nacherzählen und Immer-wieder-Neuentdecken.

(Bild- und Textquelle: Fischer Verlage)


Meinung:


Märchen sind schon etwas Schönes!
Sobald meine Kinder ins Erzählalter kamen, habe ich mich aufs Märchen erzählen gefreut. Doch mit den klassischen Märchenbücher ist das nicht ganz so einfach. Da gibt es pro Märchen ein bis zwei Bilder und die kleinen Kinder haben da zu wenig zu sehen für den vielen Text und werden unruhig.


Fischer KJB hat bisher vier Märchen als Bildermärchen für Kinder ab 2 Jahren aufgemacht. So wird die Geschichte comicartig dargestellt. Manchmal finden sich mehrere, manchmal ein grosses Bild auf einer Seite. Diese sind schön bunt und liebevoll gestaltet. So lässt sich Dornröschen als Bildergeschichte erzählen und die Kinder können einem gut folgen, viele Dinge auf den Illustrationen entdecken und in einem weiteren Schritt das Märchen dann selber erzählen. 
Für diejenigen, die sich nicht mehr ganz an den Verlauf der Geschichte erinnern, findet sich hinten im Buch noch der ganze Text zum Nachlesen.


Mir gefällt die Idee dieser allerersten Bildermärchen ausserordentlich gut und das freie Erzählen und betrachten der wunderschönen Bilder macht Gross und Klein Spass. Dornröschen wird bestimmt nicht das einzige Buch aus dieser originellen Reihe bleiben.



Fazit:


"Mein allererstes Bildermärchen. Dornröschen" ist eine geglückte Mischung aus Comic und Märchen. So kann Dornröschen frei erzählt und dabei die tollen, bunten Bilder betrachtet werden. 
Eine grosse Kaufempfehlung für kleine Märchenliebhaber.

Buchtipp von Nicole Forrer


Infos zum Buch: 


Barbara Korthues: "Mein allererstes Bildermärchen. Dornröschen", FISCHER KJB (24. April 2014), 
Pappbilderbuch 20 Seiten, ISBN: 978-3596856459

Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 24 Monaten