Posts mit dem Label Liebe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Liebe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 25. September 2015

[Buchtipp] "Du oder das ganze Leben" von Simone Elkeles



Inhalt:


Jeden anderen hätte Brittany Ellis, wohlbehütete Beauty Queen und unangefochtene Nr. 1 an der Schule, lieber als Chemiepartner gehabt als Alex Fuentes, den zugegebenermaßen attraktiven Leader einer Gang. Und auch Alex weiß: eine explosivere Mischung als ihn und die reiche »Miss Perfecta« kann es kaum geben. Dennoch wettet er mit seinen Freunden: Binnen 14 Tagen wird es ihm gelingen, die schöne Brittany zu verführen. Womit keiner gerechnet hat: Dass aus dem gefährlichen Spiel alsbald gefährlicher Ernst wird, denn Brittany und Alex verlieben sich mit Haut und Haaren ineinander. Das aber kann die Gang, der Alex angehört, nicht zulassen …

(Bild- und Textquelle: cbt)




Meinung:


Einstieg ins Buch:
Alle wissen, wie toll ich bin. Mein Leben ist toll. Meine Klamotten sind toll. Und meine Familie ist es erst recht.
Ich reisse mir jeden Tag den Arsch auf, damit alle glauben. mein Leben wäre perfekt. Dabei ist das alles nur Fassade.      (Brittany)

Brittany Ellis wohnt im reichen Teil, Alejandro Fuentes, genannt Alex, im armen Teil von Fairfield. Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein, denn Brittany ist die unangefochtene Queen der Schule: sehr hübsch, modebewusst, reich, einfach perfekt. Alex hingegen ist ein richtiger Bad Boy und an der Schule gefürchtet. Er ist nicht nur ein arroganter Macho sondern vor allem auch ein mexikanisches Gangmitglied und so sind ihm weder Gewalt noch Drogendeals ein Fremdwort.

Doch eine Gemeinsamkeit haben die zwei: Beide kommen ins letzte Jahr der Highschool und werden wegen ihren Nachnamen Chemiepartner. So kommen sich die beiden gezwungenermassen näher und können sich erst nicht ausstehen, zu fremd ist die Welt des anderen. Doch dann wettet Alex mit seinen Freunden, dass er es schafft, Brittany zu verführen und es kommt, wie es kommen muss: Die beiden merken, dass die Chemie zwischen ihnen doch stimmt. Doch dagegen haben alle etwas: ihre Freundinnen und Familie und auch seine Familie und Gang.

Der Kerl sieht mit seinem irren Körper und den makellosen Gesichtszügen vielleicht aus wie ein Calvin-Klein-Model, aber viel wahrscheinlicher ist, dass sein Konterfei schon bald für ein Fahndungsfoto benötigt wird.         (Brittany, Position 268)

Die Konstellation der beiden Protagonisten ist nichts Neues. Doch hinter der perfekten Beautyqueen und dem arroganten Bad Boy steckt natürlich weit mehr, als man zuerst denkt, als die beiden ihre Mitschüler sehen lassen. Alex und Brittany halten beide eine Fassade aufrecht, die ihr privates Leben schützen soll. Brittany pflegt zuhause liebevoll ihre schwer behinderte Schwester und kämpft darum, dass sie nicht in ein Heim muss. Alex ist nur in der Gang, um seine Brüder zu schützen, denn nach dem Tod seines Vaters musste einer der Fuentes-Brüder dessen Platz einnehmen. Beides sind sehr facettenreiche Persönlichkeiten und konnten mich überzeugen.
Daneben hat Simone Elkeles eine ganze Palette an interessanten Charaktere entworfen, die zwar grob, aber klar skizziert sind. Vor allem die Chemielehrerin konnte bei mir punkten.

Ich habe nun schon einige Geschichten in diese Richtung gelesen, doch Simone Elkeles konnte mich trotzdem so richtig begeistern. Zwischen Brittany und Alex knisitert es richtig und die Welten der beiden werden schön aufgezeigt. Die Autorin weiss zu überraschen und zu fesseln. Für einmal wurde die schmale Gratwanderung zwischen romantisch und kitschig perfekt gemeistert. Zudem ist die ganze Story auch nicht zu zahm und somit glaubwürdig.

"Wir sind Protagonisten auf der Bühne unseres eigenen Lebens und geben vor, das zu sein, was die Menschen in uns sehen sollen."        (Alex, Position 2379)

Für einmal kann ich nichts Negatives anmerken, sondern mich nur fragen, warum um Himmels willen ich diese Trilogie so lange aufgeschoben hatte. Band 2 und 3 werden bestimmt demnächst verschlungen.

Die Geschichte ist abwechselnd aus der ich-Perspektive von Brittany und Alex geschrieben, was ich sehr gelungen empfand. So bekommt man einen perfekten Einblick in die unterschiedlichen Welten und einen Blick hinter die Fassade der beiden Protagonisten. Der Schreibstil von Simone Elkeles ist wieder sehr locker, jugendlich und erfrischend, so dass die Geschichte einen enormen Sog entwickelte, dass ich das Buch kaum mehr aus den Händen legen konnte.


Fazit:

Nicht nur die Chemie zwischen Brittany und Alex, sondern auch die zwischen "Du oder das ganze Leben" und mir hat gestimmt. Simone Elkeles hat hier die perfekte Formel gefunden: Na + Cl = die Würze des Lesens.





Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:


Simone Elkeles: "Du oder das ganze Leben", cbt (10. Januar 2011), 448 Seiten, 978-3570307182
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren



Infos zur Reihe:



  1. Du oder das ganze Leben
  2. Du oder der Rest der Welt
  3. Du oder die grosse Liebe

Alle drei Bände können bei uns in der Mediathek ausgeliehen werden.

Donnerstag, 8. Mai 2014

[Buchtipp] "Was ich dich träumen lasse" von Franziska Moll

Inhalt:

Elena hat ihr Glück gefunden – mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt Rico aus Elenas Leben in die Tiefen eines Komas. Tag für Tag zeigt Elena ihm nun, was das Leben für ihn bereithält, und wofür es sich lohnt, zurückzukommen: für ihre Liebe.

Elena ist bis in die Tiefe ihrer Seele erschüttert. Ein Leben ohne Rico ist für sie nicht denkbar, nicht fühlbar. Wie kann sie Rico in der Schwärze seines Komas helfen? Dann findet sie auf seinem Computer eine Liste: die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben und tun wollte. Elena fasst einen Entschluss: Solange Rico nicht selbst sein Leben leben kann, wird sie seine Top Ten abarbeiten und ihm jeden Tag von ihren Erfahrungen berichten.
Ihr zur Seite steht ganz unerwartet ein hartgesottener junger Krankenpfleger, der für jede Gelegenheit den unpassendsten Spruch parat hat. Seine Freundschaft hilft Elena, Rico nah zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Sie weiß, es lohnt sich, bis zum Ende zu kämpfen.

(Bild- und Textquelle: Loewe Verlag)


Meinung:

Ohne die beiden Protagonisten gross kennezulernen, steigen wir mir ihnen in die Geschichte ein und sind durch die Präsens-Form direkt mitten in ihrem Leben. Nach und nach lernen wir Rico und Elena besser kennen. Er, offenherzig, der Liebling der Schule, immer gut gelaunt, stets einen Witz auf Lager, leuchtet von innen. Sie, die kaum jemanden an sich heranlässt, einen dunklen Fleck in der Vergangenheit hat, eine harte Nuss ist, die nur von ihm geknackt werden kann. Zusammen sind sie alles, ein Ganzes.

“Was soll das eigentlich heißen, passt auf euch auf. Ich auf mich. Und du auf mich. Oder wir aufeinander?”     (Seite 14)

Weisst du, wie sehr ich dein Universum liebte? Du hattest so viel davon, dass sogar etwas für mich abfiel. Ich konnte mich täglich darin aalen. In deiner Sorglosigkeit. Deiner Zuversicht. Deiner Unschuld. (Seite 109/110)
Und dann, durch einen kurzen Augenblick der Unaufmerksamkeit, wird ihr ganzes Leben aus der Bahn geworden. Rico liegt im Koma, Elena sitzt am Krankenbett und hält sich an ihm, ihrem Strohhalm, ihrem Lichtblick im Leben, fest. Taucht ein in ihre gemeinsame Vergangenheit. Passend zu Stichworten, Situationen aus dem Jetzt, kommen Elena Dialoge zwischen ihr und Rico in den Sinn und wir lernen die beiden immer besser kennen. Erst vor allem Rico, dann dringen wir ganz langsam auch zu Elena durch, die sich mit ihrer zum Teil sehr abweisenden Haltung, ihrer Schroffheit, ihrem Zynismus eine dicke Schutzmauer um sich aufgebaut hat. Relativ früh erkennen wir den dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit, und um damit fertig zu werden, muss sie nicht nur einmal über ihren Schatten springen. Doch sie hat ein grosses Ziel: Mit allen Mitteln will sie ihre grosse Liebe zurück ins Leben holen.


Die Welt dreht sich. Aber ohne mich. Ich renne ihr davon.       (Seite 78) 

Viele Bücher handeln von Trauer, Angst und Verlust, doch Franziska Moll setzt das Thema Koma so eindringlich, so greifbar um, dass man stellenweise nur mit einem dicken Kloss im Hals weiterlesen kann.

Manchmal ist weniger mehr. Franziska Moll lässt uns auf 'nur' 250 Seiten die ganze Bandbreite der Gefühle spüren. Ihr schlichter, schon fast poetischer Schreibstil ist sehr intensiv, eindringlich und einfach anders. Ein Buch, das man nicht mehr so schnell vergisst.

Es ist wie bei einem Autounfall. Zu schrecklich, um hinzusehen, und doch kann man den Blick nicht abwenden.     (Seite 212)


Fazit:

Ein kleines Stück Poesie und ganz grosse Emotionen .... "Was ich dich träumen lasse" kann man nicht wirklich beschrieben, man muss es einfach selber erleben, selber lesen ....


Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:

Moll, Franziskal: "Was ich dich träumen lasse", 256 Seiten, Loewe Verlag (20. Januar 2014), ISBN: 978-3785578452
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre


Donnerstag, 15. August 2013

[Buchtipp] "Beautiful Disaster" von Jamie McGuire

Inhalt:

Als sie Travis zum ersten Mal in die Augen blickt, ist nichts mehr wie zuvor. Abby fühlt sich unwiderstehlich von ihm angezogen, obwohl er alles ist, was sie nicht will: ein stadtbekannter Womanizer, arrogant, unverschämt – aber leider auch unverschämt sexy. Doch dann lässt Abby sich auf eine verhängnisvolle Wette mit ihm ein und gerät in ein gefährliches Spiel voller Hingabe und Leidenschaft, das sie bis an ihre Grenzen treibt…

(Bild- und Textquelle: Piper)





Meine Meinung:


Einstieg ins Buch:
Alles in dem Raum schrie mir entgegen, dass ich dort nicht hingehörte.

Abby und ihre Freundin America sind in ihr erstes Collegejahr eingestiegen und durch Americas Freund Shepley kommt Abby an einen illegalen Fight in irgend einem Keller. Mit ihrer pinkfarbenen Kaschmirstrickjacke und den Perlenohrringen scheint sie alles andere als am richtigen Platz und so sticht sie auch Shepleys Cousin Travis sofort ins Auge. Dieser vereint jedoch alle Komponenten, die Abby meiden möchte: Er ist der Star der Kellerfights, ein stadtbekannter Womanizer und sieht mit seinen zahlreichen Tattoos verdammt gut aus - und weiss das auch ganz genau. So zeigt sie ihm klar und deutlich die kalte Schulter, doch das animiert Travis nur noch mehr, denn er ist es nicht gewohnt, dass ihn eine Frau abblitzen lässt. Durch eine Wette kommen sich die beiden näher und Abby muss sich langsam aber sicher eingestehen, dass Travis auch eine sehr charmante und zuvorkommende Seite hat.
Es beginnt eine interessante Kennenlernzeit mit witzigem Schlagabtausch.

Das Buch ist aus der Sicht von Abby geschrieben, was hier wirklich sehr passend ist. Wir sehen in ihr Inneres und merken bald, dass da vielleicht mehr als eine pinkfarbenen Kaschmirstrickjacke und Perlenohrringe sind. Abby ist an die Eastern University gegangen, um ihre Vergangenheit, ein dunkles Kapitel ihres Lebens, hinter sich zu lassen. Was genau das ist, erfährt man erst im Verlaufe der Geschichte, doch sie hat Angst, dass diese sie wieder einholt, wenn sie sich auf Travis einlässt.
Abby ist eine taffe und sehr sympathische Protagonistin, die mir sofort ans Herz gewachsen ist, doch seien wir einmal ehrlich und geben zu, dass nicht die ich-Erzählerin der Höhepunkt dieser Geschichte ist sondern ihr Gegenpol ...

... ein Protagonist, dessen Hobbys Frauen auf dem Sofa flach legen und für Geld kämpfen ist. Ein Protagonist, der arrogant, aufbrausend, aggressiv, sehr eifersüchtig und besitzergreifend ist. Ein Protagonist, der nur die Extreme kennt und lebt. Ein Protagonist, der erst einmal lernen muss, was Liebe ist ... und doch - oder gerade deshalb - lieben wir ihn alle: Travis.

"Es ist gefährlich, jemanden so sehr zu brauchen. Du versuchst, ihn zu retten, und er hofft, dass dir das gelingt. Ihr beide seid ein Desaster." Abby lächelte. "Es spielt keine Rolle, was es ist oder warum. Wenn es gut ist ... ist es wunderschön."

Die Beziehung zwischen Abby und Travis ist ein ewiges Hin und Her. Streit, Ängste, Eifersucht, Besessenheit, Trennung, Versöhnung, ... und man hofft auf ein Happy End und ist sich doch gar nicht sicher, ob die Autorin das genau so sieht, denn beides ist hier möglich. Und so liest man sich regelrecht in einen Rausch, denn obwohl es "nur" eine Liebesgeschichte ist, muss man einfach wissen, wie es mit den beiden ausgeht. Das Ende dann - naja - etwas dick aufgetragen, Amerika halt, doch irgendwie passt es einfach, denn "Beautiful Disaster" ist eine verdammt verrückte Bad Boy Lovestory oder wie der Titel schon sagt, ein schönes Desaster.

Die Sprache ist wie die Handlung zum Teil etwas kraftvoller und man darf sich von einige Fluchwörter und Blutspritzern nicht abschrecken lassen. Jamie McGuire baut aber gekonnt eine dichte Atmosphäre auf, der ich mich nicht mehr entziehen konnte und mit ihrem prägnanten Schreibstil intensiviert sie das ganze noch.
"Beautiful Disaster" ist prickelnd, fesselnd, sexy und einzigartig anders.

Für mich gab es nur einen kleinen Kritikpunkt. Vom ersten Zusammentreffen an nennt Travis Abby Täubchen/Taube. Und diesen Kosenamen nutzt er so oft, dass ich ab und an die Augen verdrehen musste. Zudem finde ich es schade, dass man nicht erfährt, wie er gerade darauf gekommen ist.


Fazit:

"Beautiful Disaster" hat nicht nur Suchtpotential, es ist die Droge. Um allfällige Nebenwirkung möglichst gering zu halten, empfiehlt es sich, genügend Zeit einzuplanen, sich völlig abzuschotten und das Buch an einem Stück zu verschlingen. Mögliche Nebenwirkungen: Atemlosigkeit, Herzrasen, Kribbeln in der Bauchgegend, unkontrollierte Gefühlsausbrüche, Schlaflosigkeit. Falls jemand "Beautiful Disaster" noch nicht kennt, sollte er auf dem schnellsten Weg unsere Bibliothek aufsuchen.


Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:

McGuire, Jamie: “Beautiful Disaster”, 464 Seiten, Piper Taschenbuch (16. April 2013) , ISBN 978-3-492-30334-7
New Adult

Sonntag, 17. März 2013

[Buchtipp] "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green

„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

(Bild- und Textquelle: Hanser)


meine Meinung:


Einstieg ins Buch:
Im Winter meines sechzehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, dass ich Depressionen hatte, wahscheinlich, weil ich kaum das Haus verliess, viel Zeit im Bettverbrachte, immer wieder dasselbe Buch las, wenig ass und einen grossen Teil meiner reichlichen Zeit damit verbrachte, über den Tod nachzudenken.

Hazel hat mit ihren 16 Jahren schon viel durchgemacht: Sie leidet an Schilddrüsenkrebs, der sich über die Lunge als Metastasen ausgebreitet hat. Eine Sauerstoffflasche, die ihr das Atmen erleichter, ist ihr ständiger Begleiter. Diagnose: Unheilbar. Aus diesem Grund zieht sie sich immer mehr zurück, denn sie möchte so wenig Menschen wie möglich mit dem Schmerz belasten, den ihr Tod verursachen wird.

Der Grund, aus dem ich zur Selbsthilfegruppe ging, war derselbe, aus dem ich Krankenschwestern mit einer gerade mal achtzehn Monate langen Ausbildung erlaubte, mich mit Medikamenten mit exotischen Namen zu vergiften: Ich wollte meine Eltern glücklich machen. Denn es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt. (Seite 13)

Und nur um ihre Eltern glücklich zu machen, geht sie trotz eigenem Widerwillen zur Selbsthilfegruppe für krebskranke Teenager. Dort lernt sie eines Tages den einbeinigen Augustus Waters kennen. Sofort ist sie von ihm fasziniert, denn er ist witzig und charmant und geht so anders mit seiner Krankheit um als sie. Mit ihm konnte sie über alles reden: über Bücher, Musik, aber auch über den Krebs.

Während er las, verliebte ich mich in ihn, so wie man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos. (Seite 117)

John Green erzählt die Geschichte aus der Sicht von Hazel Grace. Wir erfahren viel über ihr Leben und ihre Gefühlswelt. Dabei durchleben wir mir ihr die gesamte Gefühlspalette von distanziert sarkastisch, humorvoll offen, tragisch traurig, hoffnungsvoll ängstlich bis erschreckend ehrlich. Sofort habe ich sie in mein Herz geschlossen und mit ihr gelitten, geweint und gelacht. Hazel und Augustus sind beide ausserordentliche Persönlichkeiten: sympathisch, klug und absolut authentisch. Die Gespräche zwischen den zweien sind herrlich, zum Teil schon fast philosophisch, ab und zu sarkastisch und regen oft zum Nachdenken an.
Auch gefallen hat mir die Geschichte in der Geschichte. Hazel hat ein absolutes Lieblingsbuch: “Ein herrschaftliches Leiden” von Per Van Houten. Schon oft hat sie es gelesen und es ist für sie ein treuer Begleiter. Doch da das Buch sehr aprupt endet, möchte sie unbedingt herausfinden, was aus den verschiedenen Charakteren aus dem Buch veworden ist. So versucht sie gemeinsam mit Gus den Autor zu finden und ihn zur Rede zu stellen.
Recht früh konnte ich mir ausmalen, wie das Buch enden muss und obwohl ich mit meinen Befürchtungen richtig lag, las ich die Seiten atemlos, unendlich traurig und auch ein wenig schockiert.
Selten habe ich ein Buch erlebt, das mir so unter die Haut gegangen ist, das mich Tage später noch mit einem Kloss im Hals zurücklässt, das ich bestimmt nie mehr vergessen werde. Gänsehaut pur! John Green verzauberte mich mit seinem einfachen aber eindrücklichen Schreibstil von der ersten Seite an. “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” ist ein ganz besonderes Buch und hat bei mir Spuren hinterlassen. Es hat mich sprachlos zurückgelassen und nach der letzten Seite musste ich erst dreimal tief durchatmen. Es ging mir gleich wie Hazel: Während ich las, verliebte ich mich in das Buch, so wie man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos.

Fazit:

“Das Schicksal ist ein mieser Verräter” nimmt uns mit in eine Achterbahn der Gefühle. Die Geschichte von Hazel und Gus ist tiefgründig, dramatisch, ironisch, geht unter die Haut und lässt einen nicht mehr los. Deshalb: unbedingt lesen!

Buchtipp von Nicole Forrer

Infos zum Buch:

John Green: “Das Schicksal ist ein mieser Verräter”, 288 Seiten, Hanser Verlag (30.07.2012)
ISBN 978-3-446-24009-4

Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 13 Jahren