Dienstag, 21. Februar 2017

Jahresbericht 2016 zu Handen der 15. GV


Am 23. Februar 2016 fand die letztjährige Generalversammlung des Vereins Mediaborn im „haus für aug und ohr“ statt. Das Protokoll dazu liegt für die Anwesenden zum Lesen auf.

Vor einem Jahr stand der Betrieb der Mediathek vor einer prekären finanziellen Situation. Der Vorstand musste befürchten, dass ohne weitere Zuwendungen Mitte Jahr mit dem Bibliotheksbetrieb Schluss sein könnte.

Gleich nach der GV ging der Vorstand aktiv auf die Mitglieder und Spender mit Anfragen für mehr Unterstützung und Beitragserhöhungen zu Der Notruf blieb nicht ungehört. Ein Fünftel der Mitglieder bezahlten freiwillig einen höheren Jahresbetrag.

Die Behörde der Schule Feldbach sprach sofort einen Notbatzen von 5'000 Franken und beschloss, in Zukunft die Bibliothek jährlich mit mindestens 3000 Franken zu unterstützen. Homburg spendete einmalig 500 Franken zusätzlich. Die Gemeinde Mammern wird weiterhin einen Jahresbeitrag von 1500 Franken beisteuern. Berlingen wird seinen Jahresbeitrag ab 2017 auf 2000 Franken verdoppeln.

Mit der Stadt Steckborn versuchten wir eine Leistungsvereinbarung auszuarbeiten und legten der kulturverantwortlichen Stadträtin, Doris Bachmann, einen Argumentationskatalog vor, warum wir einen höheren Beitrag von der Stadt erwarten. Damit konnten wir den Stadrat zwar nicht zu einer Leistungsvereinbarung mit der Bibliothek motivieren, aber die Stadt Steckborn erhöhte den Jahresbeitrag von 20’000 auf 24‘000 Franken und sichert der Bibliothek zusätzlich eine Defizitgarantie von 4‘000 Franken zu. So konnte der Vorstand erst einmal aufatmen, mit den zugesicherten zusätzlichen 10‘000 Franken stand der Betrieb der Mediathek schon viel komfortabler da.

Die erfreulichste Veränderung war jedoch die Zusage der Primarschule, ihre Schulbibliothek mit der öffentlichen Bibliothek im Städtli zusammenzulegen und zwar am jetzigen Standort im haus für aug und ohr an der Seestrasse 104. Für die Primarschule wird diese Fusion Mehraufwand und Mehrkosten verursachen. In mehreren Sitzungen erarbeiteten Susanne Heeb, die Leiterin der Bibliothek und der Vorstand mit dem Schulleiter und dem Primarschulpräsidenten eine detaillierte Leistungsvereinbarung aus. Bei einer Zusammenlegung der beiden Bibliotheken entstehen Mehrkosten. Wir holten Vergleichszahlen anderer Schul- und Gemeindebibliotheken ein und wogen ab, welchen Beitrag wir mindestens von der Primarschule benötigen, damit die Fusion trotz aller ideeller Vorteile, nicht zum finziellen Verlustgeschäft für den Verein wird. Der markanteste Unterschied für die Primarschule ist, dass nun immer eine Bibliotheksmitarbeiterin während den Besuchszeiten der Schulklassen anwesend sein muss. Zudem wird das Team der Bibliothek auch einiges mehr an Medien zu bewirtschaften haben. Einmalig werden zusätzliche Arbeitsstunden für den ganzen Umzug und die Neueinrichtung anfallen.

Wir sind zuversichtlich mit der ausgehandelten Leistungsvereinbarung für alle Beteiligten eine gewinnbringende Lösung gefunden zu haben.

Seit der Gründung der Vereinsbibliothek hoffte der Vorstand mit den Schulbibliotheken fusionieren zu können. Dies ist somit ein Meilenstein in der Geschichte der Bibliothek. Die Mediathek ist so noch besser in der Stadt eingebettet und vielleicht ist dies der erste Schritt zu einer Schul- und Gemeindebibliothek Steckborn.

Nebst dieser erfreulichen Entwicklung gab es für den Vorstand noch vieles andere zu tun.

Am 23. April, dem Welttag des Buches, lockte das schön gestaltete Schaufenster von Christine Krucker, zum Jahresthema Brasilien und ganz Südamerika und die neu angeschafften Medien viele Besucherinnen und Besucher ins haus für aug und ohr. Wegen den Olympischen Spielen in Brasilien hoffte der Vorstand mit dem Thema auch mehr männliche Benutzer zu gewinnen. Es zeigte sich aber auch, wie lähmend es sein kann, ein ganzes Jahr daselbe Thema zu verfolgen und was für eine grosse Herausforderung das für unsere Schaufensterdekorateurin bedeutet. So beschlossen wir, das Jahresthema nach den Olympischen Spielen nicht weiter zu verfolgen.

Den traditionellen Tag der offenen Tür verschoben wir wiederum auf einen Termin nach den Sommerferien. Das hatte sich im Jahr zuvor bewährt. Nun war der 31. August aber ein besonders heisser Tag und viele zogen einem Besuch im haus für aug und ohr ein Bad im See vor. So blieben die feinen, gespendeten Backwaren weitgehend unangetastet. Auch das angekündigte Kamishibai vermochte niemanden anzulocken. An dieser Stelle trotzdem einen herzlichen Dank an die Bäckerinnen.

Bereits zum zweiten Mal fand die besondere Veranstaltung für unsere treuen Mitglieder statt. Am 3. November lud der Vorstand zum Apéro ein, an dem sich die Mitglieder als erste von den neu angeschafften Medien etwas ausleihen durften. Diese Veranstaltung stösst auf steigendes Interesse und wird sicher seinen festen Platz im Jahresprogramm einnehmen.

Am Sonntag, 20. November fand die Matinée mit Louise Jochims statt. Die Konstanzer Journalistin stellte mit viel Wissen und grossem Gespür Leben und Werk von Mascha Kaléko vor und vermochte beim zahlreich erschienenen Publikum Interesse für diese aussergewöhnliche Lyrikerin zu wecken.

Den grössten Erfolg konnten jedoch Cornelia Bein und Helgard Christen mit dem Schreibkurs „Kurzgeschichten“ erzielen. Sie engagierten den Kursleiter Hugo Berger, um ihre Idee umsetzen zu können. Der Kurs fand an 6 Montagabenden nach den Herbstferien statt. Der pfiffige Titel „kurz – prägnant – pointiert“ lockte 10 Schreibfreudige an. Mit dem Kursgeld konnte ein kleiner finanzieller Gewinn für die Bibliothek erwirtschaftet werden und der Kurs machte neue Menschen auf die Bibliothek in Steckborn aufmerksam.

Der Höhepunkt bildete schliesslich der spontan beschlossene Vorleseabend am 17. Januar. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lasen eine ihrer, im Kurs entstandenen Geschichten, einem interessierten Publikum vor. Unter den zahlreichen ZuhörerInnen befanden sich viele neue Gesichter. Diese Besucherinnen und Besucher entdeckten zum ersten Mal die schönen Räumlichkeiten der Bibliothek und statten ihr vielleicht nicht zum letzten Mal einen Besuch ab.

An dieser Stelle nochmals ein grosses Dankeschön an die zwei Organisatorinnen.

Ein herzliches Dankeschön geht ebenfalls an Hans Streit, der mit Cornelia Bein zusammen den „Postversand” innerhalb Steckborns tätigte und sich auch anderweitig immer wieder für die Bibliothek einsetzt.

Ebenfalls eine Idee von Cornelia Bein ist die Chetteliaktion. Zum dritten Mal wurden Chetteli in den Adventswochen in der Bibliothek gesammelt. Der Erlös aus dieser Aktion beträgt immerhin 150 Franken. Den Spenderinnen und Spendern sei herzlich gedankt.

Zum Schluss bedanke ich mich bei allen Vorstandsmitgliedern (Silvia, Cornelia, Jasmin und Helgard) bei unseren zuverlässigen Mediatheksmitarbeiterinnen (Prisca, Christina, Nicole) für ihre treue Unterstützung und Mithilfe und vor allem auch Susanne, die zusätzlich mit ihrer Ausbildung zur Bibliotheksleiterin ein sehr arbeitsintensives Jahr hinter sich hat..

Einen Dank möchte ich auch aussprechen
  • Den treuen und neuen Benutzern und Benutzerinnen 
  • Den Mitgliedern und Spendern 
  • Den Gemeinden 
  • Den Schulgemeinden 
  • Den Sponsoren 
  • Und den freiwilligen Helfern und Helferinnen 


Die Präsidentin Brigitte Wenger



Schweigeminute für verstorbene Mitglieder:
Felix Meier
Marie-Louise Meier


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